Baupläne am Mühlengraben: Architekt kritisiert ablehnende Haltung der Stadt

INNENSTADT "Das ist keine Entscheidung für den Bürger", kritisiert Architekt Claus D. Böllinghaus die ablehnende Haltung der Stadtverwaltung zu seinen Plänen am Mühlengraben.

von Von Susanne Linka

, 05.05.2009, 07:21 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Stadt möchte das Gelände aber künftig komplett einer Freizeitnutzung zuführen, und die Bürger dort näher an den Fluss bringen. "Der Investor will das ja zu mehr als 50 Prozent umsetzen und zwar kostenneutral", versteht Böllinghaus das Nein der verantwortlichen Planer nicht.

Die Stadt möchte das Gelände aber künftig komplett einer Freizeitnutzung zuführen, und die Bürger dort näher an den Fluss bringen. "Der Investor will das ja zu mehr als 50 Prozent umsetzen und zwar kostenneutral", versteht Böllinghaus das Nein der verantwortlichen Planer nicht.

"Der Aldi-Markt würde optisch hinter der vorhandenen Bruchsteinmauer verschwinden", sieht er darin keinen Attraktivitätsmangel. Außerdem seien die Bauherren ohnehin für Sonderwünsche zu den Baumaterialien offen. Investor will Fußgängerbrücke, Spielplatz und Grillanlage bauen

Das Café Del Sol würde ohnehin schon genau das leisten, was die Planer sich wünschen: die Bürger näher ans Wasser zu bringen. Und der Investor habe noch etwas draufgelegt: "Eine Fußgängerbrücke auf die andere Seite des Mühlengrabens. Und da will er auch noch einen Kinderspielplatz mit Grillanlage bauen."

Die Konkurrenz, die die Stadtplaner durch Aldi für den Handel in der Innenstadt und in Bommern fürchten, sei so auch gar nicht gegeben: "Aldi würde garantieren, dass der neue Markt in Bommern trotzdem kommt und, dass auch die anderen Niederlassungen in der Stadt erhalten bleiben."

Der Masterplan Einzelhandel, auf den die Stadt sich bezieht, spreche nicht gegen die Pläne für den Mühlengraben: Sein Geltungsbereich ende vor der Ruhrbrücke. Abrisskosten in Höhe von 350.000 Euro

Böllinghaus verweist zudem auf die immensen Abrisskosten für die alten Gebäude auf dem circa 10.000 Quadratmeter großen Gelände. Sie seien mit rund 350.000 Euro zu veranschlagen. Da sei es ohnehin schwierig, Kaufinteressenten für die Fläche zu finden. Zumal die Stadt eindeutig erklärt habe, dass ein Kauf für sie selbst nicht in Frage komme.

Sollten die Stadt und die Politik bei ihrer Haltung bleiben, rechnet Böllinghaus mit Klagen und er prophezeit einen langen Stillstand auf dem Gelände.