„Befreite Moderne“ in Mülheim

Kunstmuseum

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs suchten die Künstler in Deutschland den Anschluss an die Moderne. Wie vielfältig die Suche nach neuen Wegen in der Kunst war, zeigt die Ausstellung „Befreite Moderne“ im Kunstmuseum Mülheim ab diesem Sonntag (27. 9).

MÜLHEIM

24.09.2015, 18:51 Uhr / Lesedauer: 1 min
Karl Otto Götz‘ „Gereihte Figuren“ von 1947 ist ein Leihgabe des Märkischen Museums Witten.

Karl Otto Götz‘ „Gereihte Figuren“ von 1947 ist ein Leihgabe des Märkischen Museums Witten.

Die Stilvielfalt der Kunst in Deutschland in den Jahren 1945 bis 1949 reichte von gegenständlichen und surrealen Tendenzen bis hin zu abstrakten Formen.

Das spiegeln die rund 100 Werke von 45 Künstlern in der Mülheimer Schau wider. Neben Arbeiten von Willi Baumeister und Karl Hofer, die bereits vor 1933 etabliert waren und nun aus der inneren Emigration zurückkehrten, präsentiert die Schau vor allem die Werke der sogenannten Zweiten Generation, der um 1900 geborenen Maler wie Ernst Wilhelm Nay und Georg Meistermann, und der um 1915 Geborenen – Hann Trier, Bernard Schultze, Fred Thieler und Heinz Trökes, die sich in den 1950er-Jahren als Hauptvertreter des Informel etablieren konnten.

Zwei Hauptrichtungen

Hofer und Baumeister stehen auch für die grundlegenden Richtungen Figuration und Abstraktion, von denen sich letztere in den 1950er-Jahren in der BRD durchsetze, während in der DDR der sozialistische Realismus angesagt war.

Im ersten Raum wird der Besucher auf das Thema eingestimmt, sieht Hofers „Kartenspieler“ von 1945 – eine Zeit, in der die Karten neu gemischt werden. Auch Vanitas-Motive tauchen auf – zum Beispiel bei Heinrich Siepmann. Einen Ausblick in die Zukunft gewährt Meistermanns Fensterbild „Blick aus dem Atelier mit Hühnern“, in das abstrakte Formen integriert sind. Im zweiten Raum geht es in den Bilderwelten um Neuanfänge, in Nays „Verkündigung“ und in Triers „Licht und Dunkel“.

Surreal-fantastische Tendenzen

Die zwei Räume im Obergeschoss sind den surreal-fantastischen Tendenzen und der Abstraktion, der geometrischen und gestischen, gewidmet. Da gibt es Heinz Trökes farbenprächtiges „Spiel der Sandmänner“ und amorphe Formen von Bernard Schultze und Karl Otto Götz. Von Letzterem ist auch ein gestisches Bild zu sehen. Und mit der Kunst des Informel gelang der Anschluss an die internationale Avantgarde in den 1950er-Jahren.

„Befreite Moderne. Kunst in Deutschland 1945-1949“, 27.9.-10.1., Synagogenplatz 1, Di-So 11-18 Uhr, Katalog: 16,80 Euro.

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