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Begrünte Mittelinseln statt Straßenbahngleisen

Oskar-Hoffman-Straße

Wer in Bochum die Stoßdämpfer seines Autos prüfen wollte, kannte dafür jahrelang nur ein Ziel: Die Oskar-Hoffmann-Straße. Doch nun präsentiert sich die Straße grundsaniert – dort wo einst die Gleise zum Straßenbahndepot der Bogestra lagen, sollen nun begrünte Mittelinseln für ein angenehmes Flair sorgen.

BOCHUM

, 27.03.2015 / Lesedauer: 3 min
Begrünte Mittelinseln statt Straßenbahngleisen

Die Oskar-Hoffmann-Straße mit der überarbeiteten Kreuzung mit der Universitätsstraße ist fertiggestellt.

Doch auch die die Kreuzung mit der Universitätsstraße profitierte von den Umbaumaßnahmen. Hier wurde der Verkehrsfluss wesentlich optimiert, insbesondere für Fahrradfahrer. „Wir haben hier erstmals in Bochum ein neues Konzept ausprobiert“, sagt Uwe Seidel, Leiter des Tiefbauamtes. Das neue Konzept, das den Radlern das Abbiegen erleichtern soll, wirkt auf den ersten Blick kompliziert, ist aber schnell zu durchschauen.

Wer beispielsweise auf der Universitätsstraße aus Richtung Hauptbahnhof kommt und nach links in die Oskar-Hoffmann-Straße abbiegen will, fährt als Radler zunächst auf dem Radfahrstreifen der Universitätsstraße geradeaus über die Kreuzung bis er die andere Straßenseite der Oskar-Hoffmann-Straße erreicht hat.

Dort gibt es eine auf der Straße markierte Wartezone für die Radfahrer. Bekommen dann die Autofahrer auf der Oskar-Hofmann-Straße grün, können die Fahrradfahrer auf ihrem Streifen auf der Oskar-Hofmann-Straße weiterfahren. „Daran müssen sich die Radfahrer natürlich erst einmal gewöhnen“, sagt Seidel.

Kreuzungshilfe bereits erprobt

Doch er ist zuversichtlich, dass das schnell gehe. Denn diese Art der Kreuzungshilfe für Radfahrer sei im norddeutschen Raum und auch in Städten wie Münster schon oft anzutreffen – und würde dort gut funktionieren.

Allerdings wird der Radfahrstreifen auf Höhe der Bogestra-Verwaltung von der Haltefläche für den Bus unterbrochen. Eine Entscheidung, die vor allem auf die Optimierung der Busfahrzeiten zurückzuführen ist. „Wenn Busse aus Haltebuchten fahren und sich in den Verkehr einfädeln müssen, sorgt das oft für Verzögerungen im Fahrplan“, sagt Susanne Düwel, Abteilungsleiterin Straßen im Tiefbauamt.

Deshalb würde inzwischen bei der Neuplanung von Haltestellen auf Haltebuchten verzichtet und stattdessen der Haltebereich direkt auf die Straße verlegt. „Die Radfahrer können dann überholen oder müssen warten“, sagt sie, erinnert aber zugleich daran, dass sich alle Verkehrsteilnehmer miteinander arrangieren müssten.

Neuer Regenwasserkanal

8,8 Millionen kostete der Umbau des rund 800 Meter langen Straßenabschnitts – eine Investition, die auch der Umwelt zugute kommt. Denn parallel zur Erneuerung des Abwasserkanals wurde im Vortriebsverfahren ein neuer Kanal eigens für das Regenwasser angelegt. Dieser leitet das Regenwasser nun direkt in den Marbach und damit weiter in die Emscher.

Dass das Projekt Oskar-Hoffmann-Straße erst jetzt und nicht wie geplant noch im Jahr 2014 zu einem Abschluss komme, dafür gebe es viele Gründe, heißt es aus dem Tiefbauamt: Überreste nicht kartierter Keller, Erdreich, das an einigen Stellen ausgetauscht werden musste und das Wetter sorgten für einige zeitliche Verzögerungen. Und auch jetzt ist die Straße noch nicht ganz fertig. Neben einigen Markierungsarbeiten steht auch noch die Bepflanzung der Mittelinseln aus.

Trotzdem ist die Oskar-Hoffmann-Straße und ihre Kreuzung mit der Universitätsstraße bereits für den Verkehr freigegeben. Der nutzt die Straße auch bereits wieder rege – und dieses Mal ganz ohne Stoßdämpfertest.

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