Behinderte arbeiten normal

BOCHUM Mehr Menschen mit Behinderungen als bisher sollen bis 2010 außerhalb von Behinderten-Werkstätten in Bochum in gewöhnlichen Betrieben arbeiten. Darauf haben sich der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) und die westfälischen Spitzenverbände der Freien Wohlfahrt geeinigt.

12.11.2007 / Lesedauer: 2 min

Die Vereinbarung ist ein Pilotprojekt in Deutschland. „Ziel des Modells ist, Menschen mit geistigen, körperlichen oder psychischen Behinderungen in den so genannten ersten Arbeitsmarkt zu integrieren“, sagt LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch. Das sei für diese Menschen ein Schritt in ein weitgehend selbstbestimmtes Leben.

Von Werkstätten wechseln

Damit dieser Schritt gelingt, sollen Fachausschüsse prüfen, ob Behinderte anstatt der Arbeit in eienr Werkstatt eine Arbeit in einem gewöhnlichen Betrieb aufnehmen kann. Greift das Projekt, bräuchten bis 2010 knapp 25 von 980 Menschen mit geistigen, körperlichen oder psychischen Behinderungen aus Bochum nach Abschluss der Schulzeit gar nicht erst in einer Werkstatt arbeiten oder könnten von Werkstätten in einen gewöhnlichen Betrieb wechseln.

„Weitere 35 Behinderte aus Bochum, die in Werkstätten arbeiten, könnten bis 2010 in solchen Werkstattplätzen eingesetzt werden, die in Firmen des ersten Arbeitsmarktes ausgelagert würden“ sagt Frank Tafertshofer, vom LWL.

Steigender Bedarf

Hintergrund für das Modell ist ein steigender Bedarf an Werkstattplätzen von insgesamt 60 Werkstätten in Westfalen-Lippe. Pro Jahr kommen 1000 neue Werkstattbesucher hinzu. Der LWL finanziert die Werkstätten mit knapp 350 Mio. Euro im Jahr. Von dieser Summe könnte der LWL bis zu 15 Millionen Euro sparen. LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch: „So könnten wir den Kostenanstieg für Städte und Kreise, die uns bezahlen, dämpfen.“