Bei den Torball-Meisterschaften waren die Schüler mit den Ohren am Ball

Bartels-Schule

Augen hinter dicken Augenbinden, ein Glöckchen im Ball. In der Bartels-Schule fanden die Landesmeisterschaften im Torball statt. Eine Sportart, die nicht nur blinde Schüler anzieht.

APLERBECK

von Von Eike Risto

, 08.03.2012, 17:12 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bei den Torball-Meisterschaften waren die Schüler mit den Ohren am Ball

Die Schüler verteidigen ihr Tor mit vollem Körpereinsatz.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Torballmeisterschaft für blinde Schüler

Sie können den Ball nur hören. An der Bartels-Schule fanden die Landestorballmeisterschaften für blinde und sehbehinderte Schüler statt. Wie die Schüler trotz blickdichter Brillen Tore machen konnten, sehen Sie in unserer Fotostrecke.
08.03.2012
/
Hab dich! Um den klingelnden Ball zu fangen bedarf es schneller Reaktionen und eines sicheren Griffs.© Foto: Risto
Die Abwehr steht. Beim Torball wird abwechselnd angegriffen und verteidigt.© Foto: Risto
Torball kann auch von Menschen ohne Sehbehinderung gespielt werden. Für die Chancengleichheit tragen alle Spieler blickdichte Brillen.© Foto: Risto
Teambesprechung. Würfe, Pässe, Abwehrverhalten, alles muss abgesprochen werden.© Foto: Risto
Penalty: Beim Strafwurf darf das sieben Meter breite Tor nur von einer einzigen Spielerin verteidigt werden.© Foto: Risto
Voller Körpereinsatz. Um ein Tor zu verhindern, machen sich die Spieler extra lang.© Foto: Risto
So sehen Sieger aus: Bei den "Großen" (Jahrgangsstufe 7-9) siegten die Duisburger.© Foto: Risto
Die begehrten Trophäen. Das Turnier wird in vier Spielklassen gespielt, Mädchen- und Jungenteams sind jeweils noch einmal nach Alter unterteilt.© Foto: Risto

Nico spielt Torball, schon seit zwei Jahren. Heute ist ein besonderer Tag für den 15-Jährigen und seine Mitspieler Ersel und Ramazan. Die Drei treten als Team bei der Landestorballmeisterschaft der Förderschulen Sehen in der Martin-Bartels-Schule an. Die Konkurrenz ist groß, die Anspannung ebenso, doch die Stimmung in der Halle ist eher Klassenfahrt als Sportarena. Alle haben in den letzten Tagen neue Freunde gefunden, die Gegner von vorhin sind jetzt schon Fans.  

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Torballmeisterschaft für blinde Schüler

Sie können den Ball nur hören. An der Bartels-Schule fanden die Landestorballmeisterschaften für blinde und sehbehinderte Schüler statt. Wie die Schüler trotz blickdichter Brillen Tore machen konnten, sehen Sie in unserer Fotostrecke.
08.03.2012
/
Hab dich! Um den klingelnden Ball zu fangen bedarf es schneller Reaktionen und eines sicheren Griffs.© Foto: Risto
Die Abwehr steht. Beim Torball wird abwechselnd angegriffen und verteidigt.© Foto: Risto
Torball kann auch von Menschen ohne Sehbehinderung gespielt werden. Für die Chancengleichheit tragen alle Spieler blickdichte Brillen.© Foto: Risto
Teambesprechung. Würfe, Pässe, Abwehrverhalten, alles muss abgesprochen werden.© Foto: Risto
Penalty: Beim Strafwurf darf das sieben Meter breite Tor nur von einer einzigen Spielerin verteidigt werden.© Foto: Risto
Voller Körpereinsatz. Um ein Tor zu verhindern, machen sich die Spieler extra lang.© Foto: Risto
So sehen Sieger aus: Bei den "Großen" (Jahrgangsstufe 7-9) siegten die Duisburger.© Foto: Risto
Die begehrten Trophäen. Das Turnier wird in vier Spielklassen gespielt, Mädchen- und Jungenteams sind jeweils noch einmal nach Alter unterteilt.© Foto: Risto

Für die Lehrer bedeutet die Meisterschaft, die zum ersten Mal in Dortmund ausgetragen wird, vor allem erheblichen Organisationsaufwand. Das Turnier läuft über zwei Tage, 150 Schülerinnen und Schüler aus ganz Nordrhein-Westfalen müssen untergebracht, bekocht und unterhalten werden. Die Schule hat dem Turnier darum eine ganze Projektwoche gewidmet.

„Zum Glück haben wir hier ein ganz tolles Kollegium. Alle haben sich eingebracht, organisiert, geschleppt, gekocht, das war eine großartige Gemeinschaftsleistung“ freut sich Schulleiterin Ulrike Witte. Auch Klassenlehrer Markus Berson ist erschöpft, aber glücklich. „Das war ein Riesenspaß, trotz der monatelangen Vorbereitung. Dieser Sport ist ein Aushängeschild der Blinden- und Sehbehindertenbildung.“ Gerade hat er das letzte Spiel gepfiffen, jetzt steht die Siegerehrung an. Für Nico, Ersel und Ramazan hat es nicht für ganz oben gereicht, aber fast. Stolz zeigen sie den Pokal für den dritten Platz in ihrer Altersgruppe herum. „Das waren zwei tolle Tage“, sagt Ramazan, „wir hatten viele Erfolge, ein paar Mal haben wir halt leider verloren.“ Nur Nico ist nicht ganz zufrieden: „Da wäre mehr drin gewesen“, sagt er. Bestimmt im nächsten Jahr.

Torball ist eine Mannschaftssportart, die vor allem von blinden und sehbehinderten Menschen gespielt wird. Ein Spiel dauert zwei mal fünf Minuten. Der Ball ist mit Glöckchen gefüllt, alle Spieler tragen blickdichte Brillen, die Ortung des Balls bei Angriff und Abwehr erfolgt allein durch das Gehör. Drei Spieler pro Seite spielen auf einem 16 mal 7 Meter großen Spielfeld, die Tore nehmen die ganze Spielfeldbreite ein. Die Mannschaften versuchen abwechselnd, den Ball ins gegnerische Tor zu werfen, ohne dabei die drei über das Spielfeld gespannten Leinen zu berühren. In Dortmund gibt es zwei erfolgreiche Torball-Vereine: Den ISC Victoria Kirchderne und den Blinden und Sehbehinderten Sportverein Dortmund (BSSV).