Bei Einbruch erwischt? Nach Bluttat in Marl bleiben noch viele Fragen offen

Ermittlungen laufen

Zum schrecklichen Geschehen in der Nacht zum vergangenen Dienstag (10.11.) in der Rheinstahlstraße in Marl-Brassert sind auch eine Woche danach noch viele Fragen offen.

Marl

von Thomas Fiekens

, 17.11.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ermittler der Kripo waren im Einsatz, nachdem an der Rheinstahlstraße in Marl-Brassert eine junge Frau tot aufgefunden wurde.

Ermittler der Kripo waren im Einsatz, nachdem an der Rheinstahlstraße in Marl-Brassert eine junge Frau tot aufgefunden wurde. © Thomas Fiekens (A)

Die Polizei-Pressestelle teilte nach Rücksprache mit der federführenden Staatsanwaltschaft Essen mit, es gebe hinsichtlich des Tötungsdelikts nichts Neues zu vermelden. Damit bleiben viele Fragen einstweilen offen - vor allem die, ob der Tatverdächtige tatsächlich bei einem Einbruchversuch überrascht wurde und dann zustach.

Entwicklungsverzögerungen und geistige Behinderung

Eine 27-Jährige war getötet worden, ein Vierjähriger wurde lebensgefährlich verletzt. Die Polizei geht von einem Tötungsdelikt aus und nahm noch in der Nacht einen 20-jährigen Marler als Tatverdächtigen fest. Der sitzt inzwischen in Untersuchungshaft. Bei der Vorführung am Mittwochmittag (11.11.) erließ die zuständige Richterin in Essen U-Haftbefehl gegen den Mann, dessen Persönlichkeit von massiven Entwicklungsverzögerungen und einer geistigen Behinderung geprägt ist.

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Nach Informationen dieser Redaktion gab es zuvor keine besondere sogenannte Täter-Opfer-Beziehung. Der Verdächtige, ein Nachbar, hat in der Nacht von Montag auf Dienstag womöglich bei der Entdeckung eines Einbruchsversuches zugestochen. Doch auch das ist noch ebenso offen wie die Frage, warum der vierjährige Junge attackiert wurde. Das Kind liegt weiter auf der Intensivstation, ist aber nach Polizeiangaben aktuell außer Lebensgefahr. Der Zustand des Jungen gilt demnach als stabil.

Auf Anfrage bestätigte der Marler Strafverteidiger Hans Reinhardt, dass er den 20-Jährigen vertritt. Er begleitete ihn auch zur Vorführung beim Haftrichter in Essen. „Mein Mandant äußert sich zum Tatgeschehen zurzeit nicht“, erklärte Reinhardt im Anschluss.

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