Bekannter soll Ehepaar brutal überfallen haben

Tatverdächtiger gefasst

Aus Habgier soll ein 34-Jähriger im Februar in Bochum ein älteres Ehepaar überfallen haben. Die 79-jährige Frau wurde dabei getötet. Ein Tatverdächtiger wurde am Freitag in Herne festgenommen. Die Polizei sucht noch einen weiteren Täter.

Bochum

25.07.2017, 16:31 Uhr / Lesedauer: 2 min
ARCHIV - Das Polizeipräsidium Bochum, fotografiert am 30.05.2016 in Bochum (Nordrhein-Westfalen). Auf einer Pressekonferenz äussern sich Polizei und Staatsanwaltschaft zur Festnahme eines Tatverdächtigen nach dem gewaltsamen Tod eines Rentner-Ehepaares Anfang Februar. Foto: Marcel Kusch/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

ARCHIV - Das Polizeipräsidium Bochum, fotografiert am 30.05.2016 in Bochum (Nordrhein-Westfalen). Auf einer Pressekonferenz äussern sich Polizei und Staatsanwaltschaft zur Festnahme eines Tatverdächtigen nach dem gewaltsamen Tod eines Rentner-Ehepaares Anfang Februar. Foto: Marcel Kusch/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Ein 34-jähriger Mann aus dem Kreis Recklinghausen soll für den tödlichen Raubüberfall auf ein Ehepaar in Bochum Mitte Februar verantwortlich sein. Der Mann sei ein entfernter Bekannter der Opfer, sagte Staatsanwalt Michael Nogaj am Dienstag in Bochum. Er habe vor der Tat in der Wohnung seiner Opfer Tapezierarbeiten ausgeführt.

An der Kleidung der Frau seien DNA-Spuren gefunden worden, die man dem polizeibekannten Mann zuordnen konnte. Die 79-jährige Frau war bei der Tat ums Leben gekommen. Der 78 Jahre alte Mann starb drei Wochen später im Krankenhaus - laut einem Gutachten aber nicht an den Folgen des Überfalls. Der Verdächtige streite die Vorwürfe ab.

Noch mindestens ein weiterer Täter beteiligt

Die Polizei geht davon aus, dass noch mindestens eine weitere Person an der Tat beteiligt war. Die Ermittler hoffen, sie durch die Auswertung weiterer Spuren ermitteln zu können.

Das Ehepaar war am 10. Februar am frühen Vormittag in seiner Wohnung überfallen worden. Die Eheleute hatten den oder die Täter vermutlich arglos in ihre Wohnung gelassen, möglicherweise, weil sie den Täter kannten. Einbruchsspuren entdeckten die Ermittler nicht. Sie gehen davon aus, dass ein dreistelliger Bargeld-Betrag sowie Schmuck erbeutet wurde.

Der Ehemann starb nach der Tat im Krankenhaus

Die tote Frau und der schwer verletzte Mann waren erst rund 18 Stunden nach der Tat in der Wohnung gefunden worden. Der Mann starb drei Wochen später in einem Krankenhaus. Ein Gutachten ergab jedoch, dass die Verletzungen durch den Raubüberfall nicht ursächlich für seinen Tod waren.

Der Raubüberfall sei von großer Brutalität geprägt gewesen, sagte Nogaj weiter. Die Obduktion der Frau habe ergeben, dass sie gewürgt wurde sowie Schläge oder Tritte erlitten habe. Außerdem seien zwei Messerstiche in den Hals festgestellt worden. Sie starb noch am Tatort. Der Mann habe stumpfe Gewalt gegen den Kopf erlitten. Dabei seien beide Augäpfel zerrissen, so dass er erblindete. Laut einem Gutachten starb er drei Wochen später infolge eines Herz- und Lungenversagens.

Bei dem 34-Jährigen handele es sich um einen gelernten Schweißer, der bereits unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung und Drogendelikten im Gefängnis saß. Er habe eingeräumt, das Ehepaar zu kennen, die Tat aber geleugnet. Er war am Freitag in Herne festgenommen worden. Ein Richter erließ Haftbefehl. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Mord vor.

dpa