Bellinis "Norma" in der Urfassung ist die pure Freude

Musiktheater Gelsenkirchen

Was für ein Wunder von Musik, was für ein begnadeter Komponist, was für ein Frauenversteher: Vincenco Bellini schrieb mit der "Norma" 1831 das Werk, das zum Inbegriff der italienischen Belcanto-Oper wurde; aber eine gedruckte Partitur hat Bellini nie gesehen - und so will es der Zufall, dass im Musiktheater Gelsenkirchen nun zum ersten Mal, die Urfassung erklingt.

GELSENKIRCHEN

, 07.03.2016, 09:11 Uhr / Lesedauer: 1 min
Bellinis "Norma" in der Urfassung ist die pure Freude

Die armenische Sopranistin Hrachuhi Bassenz ist eine wunderbare Norma in Gelsenkirchen.

Die Aufführung ist ein Ereignis, das sich Bellini-Liebhaber von weit und fern wohl nicht entgehen lassen werden.

Die kluge Inszenierung von Elisabeth Stöppler vertraut sich dem leidenschaftlichen Sog der Musik ganz an; aber es gelingt ihr dabei untergründig, kulturelle Parallelen zwischen der Historie (es geht um die Vertreibung der Römer aus Gallien) und dem heutigen Kulturwandel zu zeigen.

Das ist das spannend Neue daran - aus alten Erfahrungen Neues zu begreifen.

Zentraler Mittelpunkt sind natürlich die beiden überwältigenden Frauenrollen: Norma (Priesterin des gallischen Kriegsgottes Irminsul) und Adalgisa, ihre jüngere Novizin gelobten Keuschheit, sind aber vom römischen Konsul Pollione verführt worden.

Großartige Sängerinnen

Für Norma und Adalgisa hat das Musiktheater zwei großartige Sopranistinnen, die wirklich fähig sind, Bellinis Belcanto-Vision, das Leiden und Überwinden, als reines Stimmenwunder erlebbar zu machen: Hrachuhi Bassénz und Alfia Kamalova.

Und auf die beiden konzentrieren sich wunderbar alle: das Ensemble, Dirigent Valtteri Rauhalammi, Orchester und die Chöre.

Was für eine Bereicherung und Freude, diese Aufführung gehört und gesehen zu haben.

Termine: 13./18./ 25.3., 10./17./29.4., 14./26.5. im ; Karten: Tel. (0209) 4097200.