Berauschendes Fidena-Finale auf einem Baugerüst

Französische Inszenierung

Während im gesamten Bermuda Dreieck die Bayern auf Flachbildschirmen und Leinwänden kickten, zog es eine große Menge trotzdem auf den Marienplatz zum Finale des Figurentheaterfestivals. Die auffälligste Bochumer Baulücke bespielte die Fidena dieses Jahr äußerst kreativ.

BOCHUM

von Von Max Florian Kühlem

, 20.05.2012, 16:02 Uhr / Lesedauer: 1 min
Auf einem Baugerüst endete die Fidena am Samstagabend spektakulär. Die Künstler bemalten von hinten die neun Metallbleche immer wieder neu, sodass sich das Bild wie ein Puzzle zusammensetzte.

Auf einem Baugerüst endete die Fidena am Samstagabend spektakulär. Die Künstler bemalten von hinten die neun Metallbleche immer wieder neu, sodass sich das Bild wie ein Puzzle zusammensetzte.

Dabei scheuten die Franzosen nicht vor den ganz großen Themen zurück. Sie behandelten den Verlust von Kulturen durch das Aussterben von Sprachen, die Deportation von Juden im Zweiten Weltkrieg, die Atombombe von Hiroshima. Große Symbolbilder entstanden, die auf die unterschiedlichsten Kunstepochen Bezug nahmen. Scheinbar waren diesen Künstlern keine Grenzen gesetzt – auch der live gespielte Soundtrack pendelte zwischen Weltmusik und Klagegesängen aus den unterschiedlichsten Ecken des Globus.

Nachdenklich und tief beeindruckt verließen die Zuschauer nach eine guten Stunde den Ort des Geschehens. Im nahen Kneipenviertel konnten sie sogar noch die Verlängerung des Fußballfinales mit ansehen. Das auf einmal nur noch erschreckend banal wirken konnte.