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Bergarbeiterstreik wird zum Bühnenereignis

Theater Oberhausen

Großbritannien im Ausnahmezustand: Als Premierministerin Margaret Thatcher, die "eiserne Lady", im März 1984 mit Zechenschließungen drohte, rief der Führer der Bergarbeitergewerkschaft Arthur Scargill zum landesweiten Streik auf. Ein ganzes Jahr lang dauerte der von beiden Seiten mit harten Bandagen geführte Arbeitskampf. Davon erzählt David Peace in seinem Roman "GB 84", den die künftige Ruhrtriennale-Chefin Stefanie Carp für ihren Bruder Peter Carp dramatisiert hat. Die dreistündige Uraufführung am Freitag am Theater Oberhausen begeisterte.

OBERHAUSEN

, 06.11.2016 / Lesedauer: 2 min
Bergarbeiterstreik wird zum Bühnenereignis

Taumelnde Regierungsvertreter: Henry Meyer (l.) und Michael Witte.

Die beiden Carps lassen den dramatischen Stoff in rasch wechselnden Kurzszenen und Monologen als Politthriller lebendig werden. Fünf über der Bühne hängende, prächtig gestickte Banner verschiedener Gewerkschaftsbezirke sowie originale Videobilder aus dem Jahr 1984 verleihen dem Ganzen Authentizität.

Im Einheitsbühnenbild von Manuela Freigang und Natascha Nouak treten führende Regierungs- und Gewerkschaftsvertreter samt ihren Helfershelfern gegeneinander an. Dass die Regierungsseite die Gewerkschaften am Ende in die Knie zwingt, wird wesentlich mit verbrecherischen Machenschaften erklärt: brutalen Polizeieinsätzen, Bespitzelung der Gegner durch den Geheimdienst und manipulierter Berichterstattung in den Medien.

Coole Intriganten

Henry Meyer (Thatcher-Berater Stephen Sweet) und Hartmut Stanke als Finanzier spielen die sich cool gebärdenden Intriganten. Peter Waros ist ihr gewalttätiger, aber auch brutal unter Druck gesetzter Handlanger. Auf Gewerkschaftsseite führt Torsten Bauer das große Wort als Präsident, während Jürgen Sarkiss als Geschäftsführer sich vorwiegend mit einer Geliebten im Bett tummelt.

Sympathieträger und zugleich tragischer Held des Abends ist Thieß Brammer in der Rolle eines jungen Bergarbeiters, der leidenschaftlich kämpft und deswegen seine Liebe verliert. Klaus Stübler

9./ 11.11., 9./ 10.12.; Karten: Tel. (0208) 8578184.
"Arbeitskämpfe - Fotografien von Michael Kerstgens" im LVR-Industriemuseum Zinkfabrik Altenber, Hansastraße 2 in Oberhausen, bis 18.12., Di-Fr 10-17 Uhr, Sa/So 11-18 Uhr.