Spahn will kommende Karnevals-Session bundesweit absagen

Karneval

Bundesgesundheitsminister Spahn will aufgrund der Pandemie den Karneval in der kommenden Session bundesweit ausfallen lassen - Auch wenn er wisse, wie wichtig Karneval für viele Menschen sei.

Berlin

18.08.2020, 16:37 Uhr / Lesedauer: 1 min
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will aufgrund der Corona-Pandemie den Karneval in der kommenden Session bundesweit ausfallen lassen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will aufgrund der Corona-Pandemie den Karneval in der kommenden Session bundesweit ausfallen lassen. © picture alliance/dpa

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will aufgrund der Corona-Pandemie den Karneval in der kommenden Session, die vom 11. November bis zum folgenden Aschermittwoch dauert, bundesweit ausfallen lassen.

Nach Angaben von mehreren Teilnehmern wurde Spahn am Dienstag in einer Telefonkonferenz des Bundestags-Gesundheitsausschusses gefragt, was seine Aussage zu Beschränkungen von Feiern und Festen für den Karneval bedeute. Daraufhin sagte Spahn: „Ich war selbst Kinderprinz und komme aus einer Karnevalshochburg. Ich weiß also, wie wichtig Karneval für viele Millionen Deutsche ist. Aber: Ich kann mir Karneval in diesem Winter, mitten in der Pandemie schlicht nicht vorstellen. Das ist bitter, aber so ist es.“

Der Vorsitzende des Ausschusses, Erwin Rüddel, sagte dem RND: „Ich bin froh, dass der Minister diese unbequeme Wahrheit jetzt ausgesprochen hat. Es geht um den Schutz der Menschen, des Ehrenamtes und des Brauchtums.“ Abstandsregeln und Alkohol seien leider schwer vereinbar. „Bei aller Besonnenheit und Vernunft der Karnevalisten würde eine neuer Hotspot, ausgelöst durch den Karneval, dem Karneval und den Vereinen nachhaltigen Schaden zufügen.“

Die „Rheinische Post“ berichtete zu erst davon.

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland war zuletzt wieder angestiegen. Am Montag haben die Gesundheitsämter in Deutschland dem Robert-Koch-Institut 1390 neue Fälle gemeldet. Schon seit einigen Wochen liegt die Zahl deutlich über der Schwelle von 1000.

Das betrachtet auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit Sorge. „Wir sehen, dass gestiegene Mobilität und mehr Kontakte untereinander zu erhöhten Fallzahlen führen“, sagte Merkel am Dienstag nach einer gemeinsamen Sitzung mit dem nordrhein-westfälischen Landeskabinett in Düsseldorf. Das führe zu einer „Entwicklung, die so nicht weitergehen sollte“.

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