Bessere Betreuung für Eltern mit Behinderungen

Neuer Kooperationsvertrag

Durch die kürzlich besiegelte Kooperation zwischen dem evangelischen Johanneswerk und der Beratungsstelle Pro Familia NRW soll ein Problembereich in Zukunft besser betreut werden können: die Elternschaft von behinderten Menschen.

BOCHUM

, 17.07.2015, 18:28 Uhr / Lesedauer: 1 min
Bessere Betreuung für Eltern mit Behinderungen

Der kürzlich zwischen Johanneswerk und Pro Familia geschlossene Vertrag soll die Betreuung von Familien mit Menschen mit Behinderungen verbessern.

„Wir sind auf dem Weg in eine Zukunft, in der behinderte Menschen immer mehr Gleichstellung erfahren“, sagt Hans-Jakob Matthes. Als Regionalgeschäftsführer der Behindertenhilfe Wohnen weiß er, wie wichtig eine solche Gleichstellung für Menschen mit Einschränkungen ist – und auch, wie viele Probleme sie aufwirft. Die neue Kooperation soll diese Probleme angreifen.

Verhütung lernen

Dabei soll vor allem die Beratung – auch über Verhütung und Sexualität im Allgemeinen – im Vordergrund stehen, aber ebenso die Begleitung von Familien, in denen ein oder mehrere Eltern Einschränkungen aufweisen.

„Pro Familia ist in solchen Beratungskonzepten sehr gut aufgestellt“, weiß auch Knut Thedens, der das Projekt „Begleitete Elternschaft“ leitet. Zwar sei das Johanneswerk als Arbeitswerkstatt für behinderte Menschen im allgemeinen Umgang mit behinderten Menschen gut geschult, doch wie genau die Risiken und Chancen einer Schwangerschaft vermittelt werden können, dazu wünscht sich das Johanneswerk Unterstützung durch die Kooperation mit Pro Familia.

„Wir sind als Anlaufstelle schon immer auch für Menschen mit Einschränkungen offen gewesen“, berichtet Rita Kühn „daher haben wir auch viele Materialien, die bei solchen Beratungsgesprächen hilfreich sein können.“

Broschüren, die in leichter Sprache über Verhütung, Elternschaft und Sexualität informieren, sind bei Pro Familia bereits vorhanden oder gerade in Produktion. Außerdem wird bei den Beratungsgesprächen mit behinderten Menschen auch viel mit Bildern gearbeitet, die die Vorgänge im Körper deutlich machen sollen.

Familienleben planen

Doch nicht nur die Schwangerschaft ist ein großes Thema für die beiden Kooperationspartner. Auch das anstehende Familienleben soll vorbereitet, geplant und letztlich auch miteinander organisiert werden. „Anträge auszufüllen ist für fast niemanden eine leichte Aufgabe“, weiß auch Holger Erb von Pro Familia. Auch hier soll den Betroffenen durch die Kooperation in Zukunft mehr und bessere Hilfe zuteilwerden.