Bessons „Valerian“ ist ein kosmischer Bilderrausch

Im Kino

Kosmische Panoramen, fremde Kreaturen, futuristisches Dekor: Der lang erwartete SciFi-Blockbuster "Valerian - Die Stadt der tausend Planeten" von Luc Besson bietet optische Delikatessen. Die Motive vom Paradies-Planeten Mül gehören zum Prächtigsten, was es seit "Avatar" zu sehen gab - ähnelt aber einer Zirkusnummer. meint unter Kritiker.

DORTMUND

, 12.07.2017 / Lesedauer: 3 min

Grandioser Auftakt: Zu David Bowies "Space Oddity" lässt Luc Besson die Geschichte der Menschheit im All Revue passieren. Über der Erde schwebt die Raumstation ISS, Russen und Amerikaner schütteln sich die Hände. 2031 bringt bessere Technik. Ab dem Jahr 2150 reichen wir mehr und mehr Alien-Rassen die Hand. Zu sehen ist das im Film "Valerian - Die Stadt der tausend Planeten".

Kosmische Panoramen, fremde Kreaturen, futuristisches Dekor. Die fiktive Doku zu Beginn des Films zeigt schon, wo die Reise hingeht im lang erwarteten SciFi-Blockbuster "Valerian - Die Stadt der tausend Planeten": Luc Besson ("Das fünfte Element") wartet mit optischen Delikatessen auf und untermauert seinen Rang als Bildermagier. Groß wie er denkt, ist er der Einzige in Europa, der Hollywood das Wasser reichen kann.

Ein Herzensprojekt für Luc Besson

Nach Comic-Vorlage"Valerian" beruht auf französischen Comics von Mézières und Christin, in Deutschland als "Valerian und Veronique" populär. Wie man hört, war die Verfilmung ein Herzensprojekt für Besson, das er auf die lange Bank schob, weil die Tricktechnik seinen Ansprüchen nicht genügte.

Heute schon. Und so liefert sich der Film mit James Camerons "Avatar" ein Schattenboxen um das Nonplusultra im Augen-Kino. Die Motive vom Paradies-Planeten Mül gehören zum Prächtigsten, was es seit "Avatar" zu sehen gab. Traumstrände unter azurblauem Himmel, türkis schimmert das Meer. Die Ureinwohner sind edle Wilde wie die blauen Naturkinder bei Cameron.

Wracks und Trümmer: Planet ausgelöscht

Plötzlich regnet es Wracks und Trümmer. In einer Schockwelle wird der Planet ausgelöscht. Weit entfernt reißt es Spezialagent Valerian (Dane DeHaan) aus dem Schlummer. Aufwachen, ein Auftrag! Mit Partnerin Laureline (Cara Delevingne) startet Valerian zu einem Wüstenplaneten. Auf einem Basar, virtuell zu betreten, weil in einer anderen Dimension, stehlen sie ein "Gürteltier" mit erstaunlichen Fähigkeiten.

Besson weiß, wie man Action inszeniert, der Tonsetzer unterlegt Perkussion. Die Effekte sind superb. Kameramann Thierry Arbogast, Masken- und Kostümbildner kreieren Hand in Hand mit Computerhexern die perfekte Illusion einer Mega-Stadt im All - Metropolis, Alien-Zoo, Fantasialand mit Rotlichtbezirk.

Zirkusnummer fürs Auge: Schön, mehr nicht

Besson erliegt der Faszination der Schauwerte, scheucht sein Duo von Setting zu Setting, verdödelt aber Spannung und Handlung. Dafür kriegt Rihanna die Chance auf einen Gratis-Videoclip, Ethan Hawke absolviert eine Gastrolle. Der Film ähnelt nun einer Zirkusnummer, schön fürs Auge, mehr aber nicht.

Bei "Avatar" standen die Effekte im Dienst der Geschichte, hier sind sie bunter Budenzauber. Und ein Valerian, der permanent auf der Balz ist, kann ordentlich nerven.