Bestätigt: Erster Fall von Afrikanischer Schweinepest in Deutschland nachgewiesen

Krankheiten

Ein Labortest hat Gewissheit gebracht: Der erste Fall von Afrikanischer Schweinepest ist in Deutschland aufgetaucht. In Polen breitet sie sich schon länger aus - nun ist sie hier angekommen.

Potsdam

von Laura Beigel

, 10.09.2020, 10:25 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Afrikanische Schweinepest hat Deutschland erreicht: Ein in Brandenburg tot aufgefundenes Wildschwein war an der Virusinfektion erkrankt. (Symbolfoto)

Die Afrikanische Schweinepest hat Deutschland erreicht: Ein in Brandenburg tot aufgefundenes Wildschwein war an der Virusinfektion erkrankt. (Symbolfoto) © picture alliance/dpa

Die Afrikanische Schweinepest hat Deutschland erreicht: Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) teilte in einer Pressekonferenz am Donnerstag mit, dass das in Brandenburg tot aufgefundene Wildschwein tatsächlich an der Virusinfektion erkrankt war. „Der Verdacht hat sich leider bestätigt“, sagte die Bundesagrarministerin.

Proben waren „eindeutig positiv“

Das tote Wildschwein war wenige Kilometer von der deutsch-polnischen Grenze entfernt im Spree-Neiße-Kreis in Brandenburg entdeckt worden. Den amtlichen Verdacht der Afrikanischen Schweinepest hatte das Landeslabor Berlin-Brandenburg festgestellt. Daraufhin wurden Proben des Kadavers für eine virologische Analyse ins Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) gebracht. Dort bestätigte sich der Verdacht einer Infektion mit dem Afrikanischen Schweinepestvirus.

Jede der drei Proben sei „eindeutig positiv“ gewesen, sagte Thomas Mettenleiter, Präsident des Forschungsinstituts. Als nächster Schritt müsse überprüft werden, ob es sich bei dem Fund um einen Einzelfall handelt, oder ob sich das Virus bereits verbreitet hat. Dafür werde nach weiteren Kadavern gesucht.

Keine Gefahr für menschliche Gesundheit

Die Afrikanische Schweinepest kursiert seit mehreren Monaten an der deutsch-polnischen Grenze. Im März war in Polen ein an der Virusinfektion gestorbenes Wildschwein aufgefunden – nur wenige Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Ob der in Brandenburg gefundene, infizierte Kadaver zum „westpolnischen Cluster“ gehöre, sei bisher unklar, betonte Mettenleiter. Das FLI werde weitere Untersuchungen anstellen.

„Das Virus ist hochinfektiös“, sagte Klöckner. Es bestehe jedoch keine Gefahr für die menschliche Gesundheit. Das Afrikanischen Schweinepestvirus infiziert vor allem Haus- und Wildschweine. Ob bereits Schweinehaltende Betriebe in Deutschland betroffen sind, ist noch nicht bekannt.

Klöckner: „Wir sind vorbereitet“

Mit dem ersten bestätigten Infektionsfall verliert Deutschland seinen Status als „seuchenfrei“. Damit könnten Exportstopps für Schweinefleisch ins Nicht-EU-Ausland drohen, etwa nach Asien. Klöckner beschwichtigte jedoch: „Der Handel kann aufrechterhalten werden.“ Man sei bereits mit China im Gespräch.

Die Bundesargarministerin warnte zudem vor „Panikmache“. „Wir sind vorbereitet“, stellte sie heraus. Der Ernstfall sei erprobt. Jetzt greifen die Vorgaben der nationalen Schweinepestverordnung. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft werde zudem den zentralen Krisenstab Tierseuchen aktivieren.

Um 12 Uhr will Ursula Nonnemacher, Brandenburgs Verbraucherschutzministerin, über die weiteren Schritte im Umgang mit der Tierseuche informieren.

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