Bestes Kabarett à la Hüsch zum Auftakt

Kirchen-Kabarett-Festival

Klasse klassisches Kabarett bot Okko Herlyn am Samstag beim Auftakt des 11. Kirchen-Kabarett-Festival „So wahr ich Gott helfe“ bei „Kultur auffem Hügel“. Der Ex-Theologie-Professor wurde dafür beim ältesten Festival dieser Art zu recht mit lang anhaltendem Beifall belohnt.

HEVEN

, 20.01.2014, 16:47 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bestes Kabarett à la Hüsch zum Auftakt

Okko Herlyn überzeugte beim Hevener Kirchen-Kabarett-Festival mit kritischen Anmerkungen á la Hanns Dieter Hüsch und regte vor allem zum Nachdenken an.

Mittwoch geht's weiter
Am Mittwoch, 22. Januar, geht es um 20 Uhr auf dem Steinhügel mit Ulrike Böhmer und „Die Letzte macht das Licht aus“ weiter. Es gibt nur noch wenige Restkarten.

Am Freitag, 24. Januar, um 20 Uhr beschließt dann der „Klüngelbeutel“ aus Köln das Festival mit seiner
satirischen Hommage an Kardinal Meißner „Vielen Dank, Joachim“.

Karten sind noch erhältlich unter Tel. 27 97 46, per Mail an oder im Netz

Einer, der sich in der Kirche bestens auskennt, vor allem mit dem Zusammenspiel von festangestelltem Personal und ehrenamtlichen Helfern. Da gerät dann schon einmal eine Predigt aus den Fugen und eine Gesangsprobe des Kirchenchores – bei der die Hevener Besucher mit einstimmten – zum klerikalen Allerlei, bei dem dann auch Kuchenspenden organisiert und der neueste Tratsch ausgetauscht werden.

Diese, wie auch andere Dönekes aus dem Innersten der Kirche, erzählt der rhetorisch geschliffene, ehemalige Professor der Ruhr-Uni Bochum dermaßen anschaulich, dass man sich gleich in die Szenerie hineinversetzt sieht und unmittelbar zu deren Bestandteil wird. Doch das Urgestein des Kirchen-Kabaretts, das immer wieder geschickt zwischen Erzähl- und Gesangsebene wechselt, wirft auch Blicke über den Kirchturm hinaus auf weltliche Probleme.

Besonders bedrückend seine deutlichen Anklagen zu Kinder-Schändern und Kriegen. Da findet Okko Herlyn die richtigen Worte, zeigt das Perverse beider Verbrechen ebenso brutal wie nachhaltig auf. Dabei unterstreicht er, warum man ihn verdientermaßen als einer der „begnadeten Nachfahren des großen Hanns Dieter Hüsch“ bezeichnet. Wie sein Vorbild begleitet er sich am Piano selbst.

Das ist exzellentes, hochklassiges Kabarett, das vor allem zum Nachdenken und Innehalten anregt. Seine Kritik, die in puncto Kirche noch spielerisch leicht daherkommt, steigert sich bei Pädophilie und Krieg zur massiven Mahnung. Da ist bei Okko Herlyn Schluss mit lustig, da nennt er knallharte Fakten und überzeichnet das im Fernsehen oftmals völlig falsch dargestellte Bild von scheinbar belanglosen „Auseinandersetzungen“.

Der Duisburger indes redet Klartext, wie man ihn nur noch selten hört. Umso mehr bedarf es derlei niveauvolle Mahner wie Okko Herlyn, die ohne erhobenen Zeigefinger alle Finger in die Wunden der (Kirchen-)Welt legen.  

Mittwoch geht's weiter
Am Mittwoch, 22. Januar, geht es um 20 Uhr auf dem Steinhügel mit Ulrike Böhmer und „Die Letzte macht das Licht aus“ weiter. Es gibt nur noch wenige Restkarten.

Am Freitag, 24. Januar, um 20 Uhr beschließt dann der „Klüngelbeutel“ aus Köln das Festival mit seiner
satirischen Hommage an Kardinal Meißner „Vielen Dank, Joachim“.

Karten sind noch erhältlich unter Tel. 27 97 46, per Mail an oder im Netz

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