Besuch aus Fernost

Hardenstein-Gesamtschule

"Sie kommen, sie kommen, sie kommen" - so hallte es durch den Saal. Die Hardenstein-Gesamtschüler stürmten hinaus, um ihre neuen chinesischen Freunde am Wendehammer zu begrüßen.

WITTEN

von Von Barbara Zabka

, 23.01.2011, 18:27 Uhr / Lesedauer: 2 min
<p>Besuch aus Shanghai an der Hardenstein-Gesamtschule.</p>

<p>Besuch aus Shanghai an der Hardenstein-Gesamtschule.</p>

Mehr als eineinhalb Stunden haben sie aufgeregt gewartet. Jetzt ist es endlich soweit. Zwanzig Schüler, vier Lehrer und ein Dolmetscher haben den langen Weg aus dem Reich der Mitte angetreten, um ihre Partnerschüler in der Ruhrstadt zu besuchen. Schwer bepackt mit Koffern und Einkaufstüten aus den Metropolen Europas strömen sie ins Foyer der Schule. Die Schulband schmettert fetzige Musik.Europa-Marathon Hinter den chinesischen Gästen liegt ein wahrer Europa-Marathon. Eine Woche Sight-Seeing. Non stop. Alles sehen, was Europa so zu bieten hat. Jetzt in der Ruhrstadt angekommen, wartet ein etwas entspannteres Programm auf die jungen Schüler aus dem fernen Osten. Alle sind zum ersten Mal in Deutschland. Nach Begrüßungsfoto und Erfrischungsgetränk spielt die Schulband kräftig auf. Zum locker werden. Dann gibt es ein paar obligate Reden. Aber die Gedanken der jungen Leute scheinen ganz woanders zu sein. Selbst der Dolmetscher kann sie kaum bändigen. Alle fiebern darauf, das Zuhause ihrer deutschen Freunde kennen zu lernen.

Im Sommer eingeläutet Der offizielle Schüleraustausch mit der Hongkou-Senior-High-School wurde im vergangenen Sommer eingeläutet. Über die Deutsch-Chinesische Gesellschaft mit Sitz in Karlsruhe. Schulleiter Erwin Eßmann "stielte" diesen Austausch ein. Die Wittener waren im vergangenen Sommer zu Gast im Reich der Mitte. "Es war total cool", findet Jessica (15). "Obwohl es sehr, sehr warm war in Shanghai." Jan-Vincent war mit seiner Gastfamilie total zufrieden. "Mein Freund Hu spricht nur wenig Englisch. Die Eltern überhaupt nicht. Aber mit Zeichensprache haben wir das alltägliche Leben gut in den Griff gekriegt! Mal sehen, wie es hier wird!" Nicolai (15) fand das Essen in China sehr außergewöhnlich. "Kein Vergleich mit dem, wenn man hier zum Chinesen stiefelt. Pürierter Fisch war schon etwas ganz Unbekanntes für meine Geschmacksnerven. Aber gegessen habe ich erst mal alles."Nachtzug nach ShanghaiDie Erinnerungen an die Reise nach China sind für die Hardensteiner unvergesslich. An der großen Mauer war es kalt und neblig. Der Kaiserpalast in Peking beeindruckend. Die Fahrt im Nachtzug von Shanghai nach Peking ein unvergessliches Erlebnis. Die Hongkou-Senior-High-School im Herzen von Shangai ist sehr gut ausgestattet. "Besser als unsere Schulen. Da gibt es einfach alles, was zum modernen Lernen dazu gehört", erzählt Felix (16). "Nur die sanitären Anlagen lassen zu wünschen übrig. Da sind die westlichen Standards anders."Eine Woche Ruhrstadt

Die jungen Chinesen werden jetzt eine Woche in der Ruhrstadt weilen, um Revierluft zu schnuppern. Ein Unterrichtstag steht auch auf dem Programm. "Sprachlich schwierig - aber einen Versuch ist es wert", betont Schulleiter Erwin Eßmann, der seine Schüler durch China begleitet hat. "Wir waren dort auch in den Stundenplan eingebunden." Anschließend sollen die chinesischen Gäste das Revier - das Ruhrgebiet kennenlernen. Viele Tagesausflüge stehen auf dem Programm. Einige Hardensteiner können bereits ein paar chinesische Worte sprechen. Oder sogar ein chinesiches Schriftzeichen zu Papier bringen. Die Meinung der jungen Chinesen bringt Ju-Guan auf einen Punkt: "Hier ist es weniger hektisch und Eisbein kann man nicht mit Stäbchen essen."