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Betriebsratsvorsitzende soll gekündigt werden: Edeka-Leiter wirft ihr Diebstahl vor

WITTEN Der erste Arbeitstag im neuen Jahr wurde für Gabi Gramckow zum Horror. Die Betriebsratsvorsitzende des Edeka-Marktes am Crengeldanz wurde zu Marktleiter Norbert Bertram zitiert. Der warf ihr im Beisein der Hausdetektivin vor, einen Diebstahl begangen zu haben.

von Von Lisa Timm

, 08.01.2009 / Lesedauer: 2 min
Betriebsratsvorsitzende soll gekündigt werden: Edeka-Leiter wirft ihr Diebstahl vor

Gaby Gramckow darf zurzeit das Edeka-Gelände nur betreten, wenn Betriebsrats-Tätigkeiten anstehen.

Sie sollte den Betriebsrats-Schrank öffnen, was sie auch tat. Dort fanden sich dann zwei nagelneue Tchibo-Uhren, die dort nicht hinein gehörten.

„Ich weiß nicht, wie die Uhren da rein gekommen sind“, beteuert Gabi Gramckow. Sie vermutet, dass sie als engagierte Kämpferin für die Belange der 45 Kollegen nun die Quittung bekommen soll. Sprich – den Grund, um sie entlassen zu können. Am Mittwoch ging beim Betriebsrat der Antrag auf fristlose Kündigung ein, über den die beiden noch verbliebenen Betriebsratsmitglieder Donnerstag entscheiden werden. Stimmen sie der Kündigung nicht zu, muss Edeka-Inhaber Bertram vors Arbeitsgericht.

Er bestreitet, die Arbeit des Betriebsrates erschwert zu haben. Auf RN-Nachfrage, woher er gewusst habe, dass sich zwei Uhren im Schrank befinden, verwies Bertram auf das schwebende Verfahren. „Dazu mache ich keine Angaben.“ Bei zurückliegenden Arbeitsrechts-Prozessen sei ihm bei Gericht nie ein Fehlverhalten nachgewiesen worden. „Ich werde als Buhmann dargestellt, der ich nicht bin“, sagt er.

Das sehen Gabi Gramckow und auch die eingeschaltete Gewerkschaft ver.di jedoch anders. „Schon bei der Gründung des Betriebsrates in 2006 gab es Probleme“, sagt die 51-Jährige. Kurz darauf bekam sie Abmahnungen, vier sogar an einem Tag. Seit geraumer Zeit schon ist Gabi Gramckow Einzelkämpferin, da ihre beiden Betriebsrats-Kolleginnen erkrankt sind. Über den Antrag auf Kündigung entscheidet eine von ihnen zusammen mit einem Ersatzmitglied. „Die beiden anderen Ersatzmitglieder haben den Druck des belastenden Klimas nicht länger ertragen und ihr Mandat zurück gegeben“, sagt Gabi Gramckow.