Betrug mit der Corona-Angst: Die Maschen der Trickdiebe in der Pandemie

Kriminalität

Trickbetrüger gibt es schon lange - ihre Opfer sind oft ältere Menschen, die um ihre Ersparnisse gebracht werden. Inzwischen haben die Diebe ihre Maschen an die Pandemie angepasst. Eine Übersicht.

Düsseldorf

14.03.2021, 08:17 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wie auch schon vor der Corona-Pandemie sind meist ältere Menschen Opfer von Trickbetrügern.

Wie auch schon vor der Corona-Pandemie sind meist ältere Menschen Opfer von Trickbetrügern. © picture alliance/dpa

Sie bieten angebliche Corona-Impfungen für zu Hause an, geben sich als Mitarbeiter des Gesundheitsamtes aus oder verlangen die Desinfektion des vorhandenen Bargeldes: Trickbetrüger gibt es schon lange - jetzt haben sie sich der Corona-Pandemie angepasst und nutzen die Angst und Verunsicherung der Bevölkerung aus.

Die Polizei warnt: Einziges Ziel der Täter sei es, in die Wohnung zu gelangen und Geld, Schmuck und Wertsachen zu stehlen. „Es gibt keinen Impfstoff übers Internet und es gibt - derzeit jedenfalls - keine Impfteams, die nach Hause kommen“, betont der Sprecher des Landeskriminalamtes, Frank Scheulen. Trickbetrügereien hätten schon vor Corona viel Schaden angerichtet.

Schaden von mehr als 39 Millionen Euro in zwei Jahren entstanden

„Mit der Pandemie dürfte das weiter zunehmen - auch wenn wir noch keine genauen Zahlen haben“, sagt Scheulen. Allein zwischen 2017 und 2019 ist durch Trickbetrüger in NRW ein Schaden von mehr als 39 Millionen Euro entstanden, teilte das Justizministerium vor kurzem mit. Die Opfer sind - wie beim gängigen „Enkeltrick“ - besonders häufig ältere Menschen, die vielfach um ihre Ersparnisse gebracht werden.

Unter dem Motto „Kein Anschluss....für Betrüger am Telefon“ hat das NRW-Justizministerium zusammen mit dem Landespräventionsrat und der Verbrechensopferorganisation Weißer Ring deshalb eine Informationskampagne gestartet.

Die gängigsten Maschen der Trickdiebe:

  • Sie geben sich als Mitarbeiter des Gesundheitsamtes aus und verlangen von den Hausbewohner, das vorhandene Bargeld zu desinfizieren - wie in einem Fall Mitte Februar im Mönchengladbach. Die Täter kamen mit diesem Vorwand in die Wohnung einer 93-Jährigen und durchsuchten offensichtlich einen Schrank nach Wertsachen.
  • Sie bieten am Telefon oder direkt an der Haustür angeblichen Corona-Impfstoff an. Dabei ist wirksamer Impfstoff bekanntermaßen auf dem freien Markt nicht erhältlich. Die Anrufe kommen laut Polizei meist aus Callcentern im Ausland. Im Kreis Höxter behauptete ein Paar, eine ältere Dame impfen zu wollen - was natürlich erfunden war. Als eine Nachbarin das anzweifelte, flohen die beiden.
  • Sie treten als angebliche Mitarbeiter des Kreis-Impfzentrums auf und verlangen das Ausfüllen eines Formulars für die Abrechnung der ersten Schutzimpfung, wie vor kurzem in Köln geschehen. Besonders perfide: Das 93 Jahre alte Opfer war kurz zuvor tatsächlich geimpft worden und glaubte den Tätern deshalb. Bargeld und Schmuck waren danach weg.
  • Sie bieten Schutzartikel wie Masken oder Schnelltests oder gleich den Impfstoff über das Internet an - nach der Überweisung des Geldes kommt aber keine Ware. Die Fachleute sprechen von sogenannten „Fake-Shops“.

dpa

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt