Beuys-Schüler zerstört Handy von Gast mit Ziegelstein

Künstler-Vortrag in Dortmund

In der heutigen Kunst-Szene sei er von Analphabeten umgeben, sagt Felix Droese, einer der gegenwärtig bedeutendsten Künstler Deutschlands. Am Mittwoch demonstrierte Droese im Dortmunder Kunstverein, wie man aus einem Handy mithilfe eines Ziegelsteins Kunst machen kann - wertvolle Kunst.

DORTMUND

von Von Dagmar Hornung und Tilman Abegg

, 07.11.2013, 17:49 Uhr / Lesedauer: 1 min
Felix Droese (links) hat das Handy von Student Max Hölter mit einem Ziegelstein zerstört. Jetzt ist es ein Kunstwerk und angeblich mehr Wert als vorher.

Felix Droese (links) hat das Handy von Student Max Hölter mit einem Ziegelstein zerstört. Jetzt ist es ein Kunstwerk und angeblich mehr Wert als vorher.

Und was hat das mit Kunst zu tun? „Haha“, entfährt es Droese immer wieder. Die Frage: „Was ist Kunst?“ sei so schwer zu beantworten wie die Frage nach Gott. Einen nachvollziehbaren Gottesbeweis blieb Droese dem Laien aber schuldig.Wichtig für die Kunst seien ein korrekter Umgang mit Begriffen und Verschiedenheit als typisches Zeichen der Welt. Die neue bildende Kunst, bei der Künstler oft nicht mehr Schöpfer ihres Werkes sind, sei eine proletarische Massenveranstaltung, die große Fragen nicht mehr stelle: „Eine gut funktionierende Ampelanlage wäre mir lieber als der ganze Mist, der so in der Gegend rumsteht.“

Grundsätzlich erfordere Kunst die Brechung von Traditionen und Gewohnheiten. „Wer ist bereit, mir sein Handy für ein Kunstwerk zu geben?“, fragt Droese. Ein Student, Max Hölter, gibt ihm seins und muss erschrocken mit ansehen, wie Droese das Handy auf den Boden legt und den alten Ziegelstein aufs Display fallen lässt.

Droese signiert den Stein, legt das zerstörte Handy drauf und gibt es mit den Worten „Ich habe aus deinem Handy ein Kunstwerk gemacht“ zurück. Hölter nimmt es, nicht unerfreut, zurück: „Cool!“ Erst als Professor Kolata dem jungen Mann beim Abschied rät, Handy und Ziegelstein-Sockel für den Transport doch besser in Luftpolsterfolie einzuschlagen, dämmert diesem, dass er damit finanziell ein sehr lohnenswertes Geschäft gemacht hat. „Der Wert dieses neuen Droese-Werks übersteigt den Wert des Handys bei weitem“, ist Sandra Dichtl, Leiterin des Kunstvereins, sicher.