Bewährung für grabschenden Lkw-Fahrer

Bewährungsstrafe

Mehrfach begrabschte ein Bochumer zwei Mädchen in seiner Wohnung und lief dabei zumindest mal halbnackt vor ihnen her. Am Dienstag wurde der Mann vom Bochumer Landgericht wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr verurteilt.

BOCHUM

von Ruhr Nachrichten

, 21.08.2012, 18:15 Uhr / Lesedauer: 1 min

 

Die milde Strafe verdankt er vor allem seinem Geständnis. Das Gericht redete dem Angeklagten allerdings noch einmal kräftig ins Gewissen. Er sei der einzige Erwachsene in dem Haushalt gewesen. Und die Mädchen – Schulfreundinnen seiner Tochter – seien damals dort Gäste gewesen. Deren Eltern hätten sie seiner Obhut anvertraut. „Dieses Vertrauen haben sie missbraucht.“  

 In einer von ihm angeheizten sexualisierten Atmosphäre habe er die Mädchen begrabscht, sei zumindest halbnackt durch die Wohnung gelaufen und habe derbe Anmachsprüche losgelassen. „Das muss ihrer Tochter doch peinlich sein, dass sie so einen Vater hat“, fuhr der Vorsitzende Richter Johannes Kirfel fort. Mit seinem Geständnis, das er am ersten Verhandlungstag vergangene Woche erst nach gutem Zureden und mehreren Besprechungen mit seiner Verteidigerin abgelegt hatte, ersparte sich der Mann aber nicht nur eine härtere Strafe.

 Schon in der Vergangenheit war eine Anzeige gegen ihn erstattet worden, ebenfalls wegen sexueller Übergriffe. Die Ermittlungen waren von der Staatsanwaltschaft zwar vorläufig eingestellt worden, wären aber ohne das Geständnis wieder aufgenommen worden. Neben dem Urteil verhängte die 3. Strafkammer jetzt noch 200 Sozialstunden und verbot ihm jeden Kontakt zu den Opfern, die inzwischen wiederum den Kontakt zu seiner Tochter abgebrochen haben.  Außerdem muss er sich einer sexualtherapeutischen Behandlung unterziehen. Die regelmäßige Teilnahme wird dabei vom Gericht überwacht. Lässt er die Therapie schleifen, droht ihm doch noch der Gang ins Gefängnis. td