Bewohner des Hannibal haben keine Hoffnung

Umfrage

„Abreißen“. Bei einer kleinen Umfrage rund um den Hannibal können sich Bewohner und Nachbarn auf diese kurze Formel einigen. Hoffnung auf eine bessere Zukunft des Wohnungskomplexes scheint niemand zu haben.

DORSTFELD

von Von Holger Bergmann

, 15.12.2011, 15:32 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der Hannibal hätte selbst in jungen Jahren keinen Schönheitspreis gewonnen, jetzt nähert sich die Anmutung des Gebäudekomplexes der einer Ruine.

Der Hannibal hätte selbst in jungen Jahren keinen Schönheitspreis gewonnen, jetzt nähert sich die Anmutung des Gebäudekomplexes der einer Ruine.

Der Hannibal ist von einem Investor ersteigert worden. Doch das beeindruckt in Dorstfeld keinen der Befragten: „Mit den Besitzern geht es da doch zu wie im Taubenschlag“, meint Hans Streckhaus (70). Er rechnet nicht mit guten Nachrichten über den Hannibal nach dem Besitzer-Wechsel. „Seit dem Bau des Hannibal ist es bergab gegangen, es gab nur schlechte Nachrichten.“

Bewohnerin Margarete Buchert  (46) übt sich in Zweckoptimismus: „Der Hannibal ist so runtergekommen, ein neuer Besitzer muss renovieren, damit zumindest die Grundfunktionen des Hauses erhalten bleiben.“ Als Beispiel nennt sie die Fahrstühle: „Die sind so dreckig, da drin holt man sich Krankheiten.“ Andere Befragte zweifeln, dass den Hannibal überhaupt noch jemand retten kann. „Im ganzen Haus gibt es keine doppelte Verglasung“, nennt ein Bewohner ein Beispiel. „Überlegen sie doch mal, aus energetischen Gründen müssten im ganzen Haus die Fenster ausgewechselt werden, wer will das bezahlen?“Ein anderer wütender Mieter wedelt unbestimmt mit den Armen in Richtung des Gebäudes: „Wo soll man denn anfangen? Der Beton ist auch marode, überall bröckelt es.“

Viele Befragte stimmen darin überein, dass der Renovierungsstau am Hannibal so groß ist, dass ein Vermieter, der mit dem Haus Geld verdienen will, diese Investition gar nicht stemmen kann. Ein Nachbar, der in der Siedlung Dorstfeld-Süd wohnt, sagt ohne Ironie: „Einfach abreißen. Der Hannibal ist nur noch eine hässliche Wand und wir müssen draufschauen.“ Eine andere Nachbarin bedauert den Verfall des Hauses: „Ich war mal da drin. Das sind richtig schöne Wohnungen, und drum herum gibt es viele Spielmöglichkeiten für Kinder. Schade, dass das so heruntergekommen ist.“