Bienen brummen rund ums Mega-Insektenhotel

Serie Emscherkunst - Teil 2

Egal, wie die Menschen diese beiden Skulpturen finden - die Honigbienen sind jedenfalls begeistert. Es summt und brummt mächtig rund um das Kunstwerk "The Insect Societies" (Die Insektengesellschaften). Denn die Installation von Henrik Håkansson ist zugleich ein Mega-Hotel für Bienen. Die ungewöhnlichen Kunstwerke sind Teil 2 unserer Serie zur Emscherkunst.

HOLZWICKEDE

, 22.07.2016, 15:35 Uhr / Lesedauer: 1 min

Eigentlich sind es sogar zwei Stellagen, die direkt neben dem idyllischen Emscherquellhof in Holzwickede stehen. Sie bestehen aus weiß gestrichenen Stahlstangen. "Die Form ist inspiriert von Sol LeWitt", sagt der Schwede Håkansson. Die pfiffige Anspielung auf einen berühmten modernen Künstler dürfte den Bienen allerdings schnurzpiepegal sein. Für sie ist wichtig, dass der Künstler acht "Schubladenplätze" für Bienenvölker in länglichen Kästen vorgesehen hat.

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Emscherkunst Areal Holzwickede

Holzwickede ist ein kleines, aber besonders idyllisches Areal der Emscherkunst 2016. Der schön restaurierte Emscherquellhof, der sonst nur sehr selten geöffnet ist, ist schon allein einen Besuch wert. Hier stehen auch die Zelte des Künstlers Ai Weiwei, in denen man übernachten kann.
01.06.2016
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Die Fahnen der Emscherkunst flattern am Eingang des Quellhofes. © Foto: Jäger
Das historische Fachwerkhaus und die Kunstwerke kontrastieren effektvoll. Das war keine Absicht des Künstlers, sondern hat sich so ergeben. © Foto: Jäger
Henrik Hakansson aus Schweden hat unter dem Titel "The Insect Societies" (part 1) riesige Bienenhäuser gebaut. Er reagiert damit auf das dramatische Bienensterben überall auf der Welt. © Foto: Jäger
Der Kunst selbst als Imker. © Foto: Arendt/Emscherkunst
Das Aussehen der Gebäude ist vom Künstler Sol Lewitt inspiriert. © Foto: Jäger
50 Zelte des Künstlers Ai Weiwei warten hier auf Übernachtungsgäste. © Foto: Jäger

Ortsansässige Imker haben die Tiere hier angesiedelt. Weitere acht Park-Plätze für wilde Bienen und Hummeln warten darauf, von diesen entdeckt zu werden. Ein Gärtchen rund um die Kunstwerke ist angelegt worden und wuchert nun vor sich hin. Dass die weißen Stangen des Werkes einen schönen Kontrast zur schwarz-weißen Fachwerkarchitektur des Emscherquellhofes abgeben, ist eher Zufall.

Zwischen Natur und Kultur

Håkansson bewegt sich allerdings sehr bewusst zwischen Natur und Kultur, die Beschäftigung mit dem rätselhaften weltweiten Bienensterben stand am Anfang seiner Arbeit. "Noch ist unklar, warum sie sterben", seufzt der sympathische Künstler und hofft, dass die Insekten in Holzwickede sich wohlfühlen und gedeihen werden.

"Mein Kunstwerk kann nur ein kleiner Beitrag zur Veränderung sein." Der Titel "Part 1" weist aber daraufhin, dass die Skulpturen für die Emscherkunst nicht sein letztes Bienenbauwerk bleiben werden.

Bis 18.9.2016, Di-So 10-18 Uhr, Eintritt frei. Der Emscherquellhof liegt an der Quellenstraße 2 in Holzwickede. Dort gibt es für Radler auch Übernachtungsmöglichkeiten in den Zelten des Künstlers Ai Weiwei.