Biergarten für die Zeche Nachtigall

BOMMERN Einen Biergarten für die Zeche Nachtigall wünscht sich die Ruhrgebiets Tourismus GmbH (wir berichteten). Susanne Linka sprach mit dem Museumsleiter Michael Peters darüber und erfuhr, dass die Gäste schon in der nächsten Saison ein kühles Getränk auf der Wiese hinter dem Maschinenhaus genießen können.

06.11.2007 / Lesedauer: 3 min
Biergarten für die Zeche Nachtigall

Museumsleiter Michael Peters.

Wird denn der Wunsch der Ruhrgebiets Tourismus GmbH in Erfüllung gehen? Peters: Ja, denn es ist uns gelungen, einen in den 30er Jahren hergestellten Eisenbahnwaggon von der Ruhrkohle-Bahn zu kaufen. Er soll unser neues Angebot beherbergen. Dafür muss der Waggon, der früher als Seminarwagen genutzt wurde, aber noch hergerichtet werden.

Was muss noch getan werden, und wer übernimmt das? Peters : Die Heizung muss wahrscheinlich repariert werden, denn sie wurde zwei Jahre lang nicht benutzt. Ob das Westfälische Landesmuseum die Arbeiten selbst übernimmt ist noch nicht klar, ich habe auch schon mal die Beschäftigungsgesellschaft Wabe angesprochen.

Wieviel Platz bietet der Waggon? Peters: Wir gehen von maximal 50 Sitzplätzen aus, es müssen noch Tische eingebaut werden.

Was soll denn dort angeboten werden? Peters: Ich werde so oft von Museumsbesuchern gefragt, ob es hier nicht Kaffee, Kuchen oder ein heißes Würstchen gibt. So etwas soll es künftig im Waggon geben.

Wird das Museum das Angebot denn selbst betreiben? Peters: Kaum, dafür ist unser Personalbestand zu streng gedeckelt. Es kommen verschiedene andere in Frage, vielleicht die Wabe oder ein Gastronom, der sich hier ein zweites kleines Standbein aufbauen möchte.

Soll der Waggon nur geöffnet werden, wenn große Veranstaltungen stattfinden? Peters: Nein, er müsste zumindest im Sommer schon zu den Öffnungszeiten immer in Betrieb sein.

Wird es auch Außensitzplätze geben? Peters: Ja, der Waggon wird endgültig im Eingangsbereich - angrenzend ans benachbarte Ritz-Gelände - zum Stehen kommen. Der Zaun, der den Grünstreifen dort noch vom Museumsgelände trennt, wird dann versetzt und wir können Tische und Stühle auf der Wiese hinter dem Maschinenhaus aufstellen.

Ihr Standort leidet nach wie vor unter großen Parkplatzproblemen. Zeichnet sich denn dafür inzwischen eine Lösung ab? Peters: Leider nein, denn alles kostet Geld. Und das hat eben zurzeit keiner. Wir konnten vor einigen Monaten ja sogar der Zeitung entnehmen, dass die Stadt die zerstörten Leuchten auf der Nachtigallbrücke nicht mehr repariert. Es wurde uns empfohlen, für die Fußgänger Fackeln aufzustellen, doch das ist aus Gründen der Sicherheit überhaupt nicht machbar. Vor Jahren bin ich mal gefragt worden, ob denn eine bessere Anbindung mit dem ÖPNV wünschenswert wäre. Natürlich wäre sie das. Nur: Die einzigen alternativen Verkehrsmittel, die wir hier jetzt öfter sehen, sind Fahrräder.

Ist das dem RuhrtalRadweg zu verdanken? Peters: Unbedingt.

Wie haben sich denn die Besucherzahlen in diesem Jahr entwickelt? Peters : Die Auswertung liegt noch nicht vor, aber es zeichnet sich ab, dass sie im Vergleich zum Vorjahr stabil sein werden.

Wie viele hatten sie da? Peters : Das waren 33 000 Besucher.

Wird es im Sommer wieder eine Freiluft-Opern-Inszenierung auf ihrem Gelände geben? Peters: Das ist noch unklar. Es gibt aber vom selben Veranstalter eine Anfrage für eine szenisch-musikalische Inszenierung.

Ich hörte, dass sie wieder in die Extraschicht eingebunden sein werden. Wissen Sie schon, welches Programm da angeboten wird? Peters: Das kann ich erst festlegen, wenn ich weiß, wie die Zubringerfrequenz der Busse für die Zeche Nachtigall ist. Im letzten Jahr hat das nicht so gut funktioniert, dann kommen auch nicht so viele Besucher.

Wie sind Sie denn mit der Entwicklung des Standortes zufrieden? Peters: Unsere Zechensafari, die naturkundliche Tour übers Gelände, die je nach Jahreszeit variiert, kommt sehr gut an. Hier werden auch viele Kindergeburtstage mit unserem Programmangebot rund um die Kohle gefeiert. Leider haben wir noch keinen Platz, um das aus Durchholz stammende alte Kötterhaus aufzubauen, aber die Arbeit an unserem Besucherstollen geht jetzt weiter. Damit erschließen wir bald auch den Bergbau des 19. Jahrhunderts.