Biotonne bleibt in Bochum trotz Pflicht freiwillig

System wird optimiert

Neues Jahr, neue Regeln: Ab dem 1. Januar 2015 gilt in Deutschland bundesweit die Biotonnen-Pflicht. In Bochum bleibt aber vorerst alles beim Alten. Hier entscheiden die Bürger weiterhin freiwillig, ob sie ihre Bioabfälle in einer gesonderten Tonne entsorgen wollen. Die Stadt lockt nur mit finanziellen Anreizen.

von Miriam Instenberg

BOCHUM

, 31.12.2014, 08:46 Uhr / Lesedauer: 1 min
Biotonne bleibt in Bochum trotz Pflicht freiwillig

Wer möchte, kann in Bochum bereits seit 2004 Bioabfälle in einer gesonderten Tonne sammeln und entsorgen lassen. Trotz der bundesweit geltenden Biotonnen-Pflicht bleibt die Anschaffung auch ab 2015 freiwillig.

Die Biotonne für den Privathaushalt gibt es in Bochum seit 2004. Bisher, sagt USB-Sprecher Jörn Denhard, wird sie mäßig gut angenommen: Nur 1700 Biotonnen gab es im Dezember 2014 in der Stadt – bei etwa 189.000 Haushalten eine extrem geringe Menge.

Trotzdem will die Stadt Bochum in Sachen Biotonne weiter auf die Freiwilligkeit der Bürger setzen. „Wir haben bereits gute Quoten bei der Weiterverwertung von Abfällen, zum Beispiel durch die thermische Aufbereitung der an den Werststoffhöfen gesammelten Bioabfälle“, begründet Stadtsprecherin Barbara Gottschlich.

Hinzu komme, dass es für das bundesweit geltende Kreislaufwirtschaftsgesetz noch keine konkreten landesrechtlichen Vorgaben gebe. Bisher händeln die Kommunen in NRW die Entsorgung von Bio-Abfällen auf ganz unterschiedliche Weise. Das bisherige System der Sammlung von Bioabfällen in Bochum – getrennte Entsorgung auf den Wertstoffhöfen und freiwillige Biotonne – ist daher laut Umweltausschuss auch weiterhin rechtssicher. Um die Anschaffung einer Biotonne für die Bochumer trotzdem attraktiver zu machen, setzt die Stadt im neuen Jahr auf finanzielle Anreize: Die Gebühren für eine 60-Liter-Biotonne werden ab 2015 um etwa 46 Prozent auf 58,20 Euro gesenkt. Wer eine 80-Liter-Biotonne hat, zahlt sogar 77,70 Euro weniger. Bürger, die sich eine Biotonne anschaffen und gleichzeitig ihre Restmüll-Menge reduzieren, können bei ihren Abfallgebühren bis zu 30 Prozent sparen. Jörn Denhard ist optimistisch, dass diese Anreize Wirkung zeigen werden: „Wir spüren bereits, dass das Interesse da ist und hoffen, dass es im nächsten Jahr mehr Biotonnen in Bochum gibt“, sagt der USB-Sprecher.  

Das Bundesumweltministerium verspricht sich von der Biotonnen-Pflicht einen Beitrag zur Energiewende: Biomüll lässt sich zur Energieerzeugung in Biogasanlagen verwenden.
In Bochum passiert das in der Biogasanlage der AHE GmbH in Witten, wo Bioabfälle zu Biogas – Methan – vergoren werden. Das wird in Blockheizkraftwerken in Strom umgewandelt. 
Bioabfälle können außerdem als Düngemittel in der Landwirtschaft genutzt werden.