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„Black Panther“ ist ein Comic-Märchen aus Afrika

Im Kino

Marvels Superheld aus Afrika kommt auf die Leinwand. Wie tiefdunkel wird sein Film? 

Dortmund

, 13.02.2018 / Lesedauer: 2 min
„Black Panther“ ist ein Comic-Märchen aus Afrika

Ein stolzer Afrikaner: Chadwick Boseman spielt den Superhelden Black Panther. Foto:Marvel Studios © dpa

1966 war es eine Ansage, als Marvel-Comics die Liga seiner weißen Ritter um einen schwarzen Superhelden erweiterte, und der „Black Panther“ seinen Auftritt in einem Heft der Fantastischen Vier hatte. Im gleichen Jahr, Zufall oder nicht, gründete sich Amerikas Black Panther Party, die Klassenkampf und schwarzen Stolz propagierte.


Fast nur schwarze Darsteller


Mit Klassenkampf hat der Recke der Comics nichts im Sinn, wohl aber war er eine Galionsfigur schwarzen Stolzes, auch wenn seine geistigen Väter vom Kommerzkalkül geleitet wurden. 52 Jahre später, also heute, bringt Marvel den ersten eigenen Film des Panthers in die Kinos, nachdem die von Chadwick Boseman gespielte Figur 2016 einen Auftritt in „Cptn. America: Civil War“ hatte.

„Black Panther“ gibt sich jede Mühe, als komplett „schwarz“ durchzugehen. Ein schwarzer Regisseur (Ryan Coogler). Fast nur schwarze Darsteller. Ein trendiger Soundtrack aus HipHop und R’n’B, eingespielt von Kendrick Lamar und anderen.


Folklore-Sammelsurium


Eine Ausstattung, die Hightech und afrikanisches Folklore-Sammelsurium zu bunter „Afrotech“ verschmilzt, wo selbst die Wände funktionaler Labors mit dekorativen Ornamenten bepinselt sind.

Dem Auge schmeicheln solche visuellen Schmankerl. Dass diese „Afrikanisierungswut“ oft die Grenze zum Ethno-Kitsch überschreitet und in einen Mischmasch afrikanischer Elemente ausartet, spielt keine Rolle. Hauptsache bunt. Ähnlicher Eklektizismus herrscht in der Musik, die mit (klischeehaftem) Trommelgetöse martialische Exotik verbreitet. 


Operetten-Sphäre



Merke: „Black Panther“ spielt in seiner eigenen Operetten-Sphäre, im Königreich Wakanda. Dank des seltenen Metalls Vibranium sind die Afrikaner dem Rest der Erde technologisch überlegen. In Wakanda entbrennt ein Kampf um den Thron, Bosemans Panther gegen Michael B. Jordans „Killmonger“, ähnlich wie im „König der Löwen“. Martin Freeman und Andy Serkis, einer gut, einer böse, sind die einzigen „Weißbrote“. Frauen haben tragende Rollen, Action und Effekte sind okay, aber nicht überragend.

Letztlich doch typisches Marvel-Kino – unter dicker schwarzer Schminke.