Blogger kritisiert Bochumer Internetauftritt

RUHR.2010

BOCHUM Wenn man in die Sphäre der Internet-Blogs eintritt, gewinnt man schnell den Eindruck, dass hier gern und oft versucht wird, das Projekt der RUHR.2010 als ein "Gewollt-aber-nicht-Gekonnt" zu entlarven. Jüngst auf der Abschussliste landete der Internetauftritt der Stadt Bochum zum Kulturhauptstadtjahr: www.bochum-2010.de.

von Von Max Florian Kühlem

, 19.01.2010, 16:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Nicht schön, aber auch nicht schrecklich: Der Bochumer Internetauftritt zum Kulturhauptstadtjahr.

Nicht schön, aber auch nicht schrecklich: Der Bochumer Internetauftritt zum Kulturhauptstadtjahr.

"Was man dort zu Gesicht bekommt, erinnert jedoch von der Anmutung eher an die Webästhetik des Jahres 1999. Und selbst damals hätte man dem verantwortlichen 'Designer' sein Werk um die Ohren gehauen", schreibt der Ex-Bochumer Djure Meinen in seinem Blog "50hz.de". Und lässt in der Folge auch an der Bebilderung und dem "Salat von halbgaren Texten" kein gutes Haar.

Dass die Seite tatsächlich kein Höhepunkt des Internet-Designs ist, erkennt vermutlich sogar der sprichwörtliche Blinde mit Krückstock. Doch der tatsächlich Blinde oder Sehbehinderte hat immerhin eine gute Chance, den Internetauftritt problemlos zu durchstöbern, weil hier auf Barrierefreiheit geachtet wurde. "Dies ist eine strenge Vorgabe für die Internetseiten der Stadt", informiert Christoph Mandera, einer der vier Bochumer Kulturhauptstadt-Beauftragten. "Deshalb mussten wir auf Spielereien wie Flash-Grafiken von vorneherein verzichten."

Dass die Seite nicht besonders schön ist, gibt er gerne zu: "Auch das ist eine Folge der Haushaltssperre. Wenn wir Mittel von 50- bis 80 000 Euro übrig hätten, würden wir gerne eine Agentur beauftragen." Doch man habe die zusammengestrichenen finanziellen Mittel lieber in Projekte als in Marketing gesteckt. "Wir haben die Seite selbst erstellt und wir sind alle keine Web-Designer", so Mandera.

Hinweise zu deren Verbesserung nehme er gerne entgegen - deswegen freue ihn der Blog-Artikel sogar. Kritik am Informationswert der Seite kann er hingegen nicht nachvollziehen. Und tatsächlich findet sich da ein ausführlicher Überblick über das Jahresprogramm einer Stadt, deren kulturelles Angebot sich sicher nicht verstecken muss.