Im Gebirge ist es bekannt: Wo Bäume gerodet werden, rutschen die Hänge ab. Das Prinzip, dass Pflanzenwurzeln den Boden festhalten, soll künftig Mühlhausen vor Schlammfluten bewahren. Ein Blühstreifen neben einem Risiko-Acker könnte einfache, aber wirkungsvolle Starkregenvorsorge werden.

Unna

, 21.07.2018, 12:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

In Unna ist eine Stelle in der Vergangenheit besonders von Starkregenfolgen betroffen gewesen: der Mühlhauser Berg. Vom Acker strömte schon mehrere Male Wasser mit Schlamm nach starkem Regen ins Dorf. Intensive Gespräche und Überlegungen haben bei der CDU-Fraktion nun zu einem Vorschlag geführt: Ein Blühstreifen an der richtigen Stelle soll künftig verhindern, dass plötzlich und massenhaft anfallendes Regenwasser bergab fließt und dabei die Oberfläche des Feldes mitnimmt. Boden, der von Pflanzen durchwurzelt wird, ist in der Regel besser vor Erosion geschützt als „nackte“ Erde.

CDU-Ratsherr Werner Clodt schlägt einen zehn Meter breiten Streifen entlang der Kreisstraße Mühlhauser Berg vor. Vorgespräche mit Grundstückseigentümern hat Clodt bereits geführt. Erste Signale von zuständigen Behörden seien auch positiv. Ein Blühstreifen sei vor allem günstiger als ein Regenrückhaltebecken.

Blühstreifen zum Schutz vor der Schlammflut

In Mühlhausen weist die Starkregenkarte zum Beispiel den Lauf des Mühlbachs als risikobehaftet aus. Aber die Erfahrung zeigt, dass der Mühlhauser Berg besonders betroffen sein kann. © Lippeverband

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Wo bei Starkregen wie viel Wasser anfällt, darüber geben spezielle Simulationskarten Aufschluss. Die Stadt Unna war vor vier Jahren Modellkommune im Rahmen des Projekts „Stark gegen Starkregen“. „Die Karten gehören seitdem zum Handwerk“, berichtet Stadtsprecher Christoph Ueberfeld. Bei allen Neubauprojekten würden immer auch diese Regensimulationen zurate gezogen, um Schäden zu vermeiden. Die Erfahrung vom Mühlhauser Berg zeigt aber auch: Mit Starkregenfolgen ist nicht nur dort zu rechnen, wo die Karten dies ausweisen.