Bochum wird Hauptstadt - zumindest für Geothermie

BOCHUM Vom Hörsaal zum Bohrloch und der Weg führt immer über Bochum. Mit der gestrigen Eröffnung des Büros für Geothermie mausert sich die Stadt zur geothermischen Hauptstadt Nordrhein-Westfalens.

von Von Benedikt Reichel

, 06.02.2009, 18:38 Uhr / Lesedauer: 1 min
Neues Türschild für ein neues Büro: (v.l.) Frank-Michael Baumann von der EnergieAgentur.NRW, Hanns-Ludwig Brauser von der Wirtschaftsförderung metropoleruhr, Stadtrat Paul Aschenbrenner und GeothermieZentrums-Leiter Rolf Bracke.

Neues Türschild für ein neues Büro: (v.l.) Frank-Michael Baumann von der EnergieAgentur.NRW, Hanns-Ludwig Brauser von der Wirtschaftsförderung metropoleruhr, Stadtrat Paul Aschenbrenner und GeothermieZentrums-Leiter Rolf Bracke.

Bereits jetzt gibt es im Ruhrgebiet 230 Unternehmen, die 4500 Jobs in sämtlichen Bereichen der Erdwärme bieten. Die Experten der EnergieAgentur gehen davon aus, dass die Zahl der Arbeitsplätze in den kommenden Jahren um 5000 steigen könne. Bremsen würden den Vormarsch der Erdwärme lediglich die hohen Anschaffungskosten, die geringe Zahl an Fachkräften auf diesem Gebiet und mangelnde Information, so Aschenbrenner. Dem wolle man in Bochum begegnen. Die Hochschule bietet bundesweit den einzigen Masterstudiengang Geothermie an. Dem neuen Büro für Geothermie kommt nun vor allem die Aufgabe der Aufklärung zu. „Das Potenzial kennt kaum jemand außerhalb der Szene“, sagt Hanns-Ludwig Brauser, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung der Metropole Ruhr. Geothermieanlagen seien auch unter rein ökonomischen Gesichtspunkten realisierbar.

Mit dem Bochumer Büro gewinnt die Stadt auch bundesweit an Bedeutung. Denn NRW nimmt in Deutschland eine geothermische Vorreiterstellung ein. Immerhin sind 70 Prozent des Landes für die Erdwärme nutzbar.