Bochum zur Zeit des Konstanzer Konzils

Vortragsreihe

Seit Mai sind im Stadtarchiv einige der ältesten Urkunden Bochums zu sehen – eine davon wurde auf dem Konstanzer Konzil vor 600 Jahren gefertigt. Nun öffnet das Stadtarchiv ein weiteres „Bochumer Fenster zur Vergangenheit“ – und ergänzt die Ausstellung um Vorträge. Den Auftakt macht Bundestagspräsident Prof. Norbert Lammert.

BOCHUM

, 15.09.2015, 05:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Bochum zur Zeit des Konstanzer Konzils

Passend zum Ablass: Maria, die Mutter Gottes, auf der Mondsichel.

„Das Konstanzer Konzil ist eine Zäsur in der Kirchengeschichte“, sagt Arno Lohmann, Leiter der Evangelischen Stadtakademie. Die Stadtakademie ist neben dem Stadtarchiv und dem Katholischen Forum die dritte Institution hinter dem Projekt – und nicht zuletzt auch am Konzil wegen dessen Entwicklungen interessiert: Gab es vorher drei Päpste, ging nur noch einer aus der vier Jahre dauernden Versammlung hervor, einer der erste Reformatoren der Kirche, Jan Hus, wurde dort hingerichtet und auch die Politik der folgenden Jahrhunderte ist durchaus nicht unbeeinflusst vom Konzil.

An diese Wechselwirkung zwischen Staat und Kirche will nun Norbert Lammert erinnern, wenn er am Mittwoch, 16. September, im Stadtarchiv referiert. Doch sein Vortrag bildet nur den Auftakt für eine ganze Vortragsreihe. In den fünf ältesten Kirchen Bochums werden sich Historiker, Archäologen und fachkundige Bürger mit der historischen Situation in Bochum zur Zeit des Konstanzer Konzils, aber auch mit der Baugeschichte der Bochumer Kirchen beschäftigen. „Es wird keinen spirituellen Aspekt geben“, sagt Lohmann.

Weitere Projekte

Im Anschluss an die Vorträge, die zwischen dem 24. September und dem 5. November jeweils donnerstags um 18 Uhr stattfinden, wird es zudem noch Führungen durch die Kirchenbauten geben – außer beim letzten Termin. Dann nämlich wird das „Duo Accords galants“ ein Konzert mit mittelalterlichen Instrumenten spielen.

Das Kooperationsprojekt soll in diesem Umfang keine einmalige Sache bleiben. Bereits 2016 wollen die drei Einrichtungen ein gemeinsames Projekt stemmen, das auf das Reformationsjahr 2017 hinleiten soll.  

  • Anmeldung für den Vortrag mit Norbert Lammert unter Tel. (0234) 910 95 01. Beginn am Mittwoch, 16. September, 18 Uhr im Stadtarchiv, Wittener Straße 47.
  • 24. September: Dorfkirche Stiepel, Brockhauser Straße 72
  • 1. Oktober: Propsteikirche St. Peter und Paul, Bleichstraße 1
  • 22. Oktober: St. Vinzentius in Harpen, Vinzentiusweg 13
  • 29. Oktober: St. Getrud von Brabant in Wattenscheid, Auf der Kirchburg 2
  • 5. November: Evangelische Christuskirche in Langendreer, Alte Bahnhofsstraße 28-30
  • Beginn ist jeweils um 18 Uhr
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