Bochumer Analphabet luchst Autohaus VW-Golf ab

Gerichtsprozess

Obwohl er weder schreiben, lesen noch rechnen kann, ist es einem 36-jährigen Bochumer offenbar gelungen, einem Autohaus einen VW-Golf abzuluchsen. Dabei hat der Mann noch nicht mal einen Führerschein. Seit Dienstag beschäftigt der Fall das Bochumer Amtsgericht.

BOCHUM

14.06.2016, 16:10 Uhr / Lesedauer: 1 min

Es passierte vor ziemlich genau einem Jahr. Der Angeklagte marschierte zielgerichtet in ein Bochumer Autohaus, interessierte sich für einen VW-Golf. Der Preis: 21.000 Euro. Geld hatte der 36-Jährige zwar nicht, trotzdem unterschrieb er einen Kaufvertrag.

Nie von Probefahrt zurückgekehrt

Am Tag darauf kam er allerdings noch einmal zurück, wollte jetzt doch noch eine Probefahrt. Einen Führerschein hatte der Angeklagte zwar auch nicht, doch danach hat offenbar auch niemand gefragt.

Es war auf jeden Fall das letzte Mal, dass der Verkäufer den Golf gesehen hat. Der Wagen kam nie zurück. Wo er geblieben ist? Das hat bisher offenbar niemand herausbekommen.

Der Angeklagte hatte den Kaufvertrag zwar mit einem Alias-Namen unterschrieben, trotzdem kamen ihm die Ermittler auf die Spur.

Angeblich nur IQ von 56

Zum Prozessauftakt vor dem Bochumer Amtsgericht wollte sich der 36-Jährige nicht zu den Vorwürfen äußern. Es könnte allerdings sein, dass der Bochumer gar nicht schuldfähig war. Schon in seiner Kindheit wurde ihm eine schwere Minderbegabung attestiert, sein IQ liegt angeblich nur bei 56. Selbst einfachste Rechnungen - wie zwei mal drei - kann er laut Arztbericht nicht lösen.

Um ganz auf Nummer sicher zu gehen wollen die Richter jetzt aber noch einmal ein neues Gutachten zur Schuldfähigkeit einholen. Dann wird der Prozess fortgesetzt.