Bochumer Klinik bekämpft Fettzellen mit Laserlicht

Neuartige Methode

Der Bauch muss weg - das denken sich viele Menschen, die nach den "Fresstagen" mit guten Vorsätzen ins neue Jahr starten wollen. Ab Januar können wir uns das Fett weglasern lassen – mit „SculpSure“. So heißt der Dioden-Laser, mit dem die Uni-Hautklinik Bochum als erste Klinik in Europa die Fettzellen ohne Operation bekämpft.

BOCHUM

, 29.12.2015, 17:56 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bochumer Klinik bekämpft Fettzellen mit Laserlicht

Dr. Klaus Hoffmann bekämpft in der Hautklinik des St. Josef-Hospitals in Bochum Fettzellen mit einem Dioden-Laser.

Mit dem Leitenden Arzt der Abteilung Ästhetisch-Operative Medizin, Dr. Klaus Hoffmann, sprach Hermann Beckfeld.

Sie gehen schon jetzt mit Fettabsaugung, Hitze und Kälte gegen Fett vor. Warum nun mit Laserstrahlen? Ganz wichtig: Zuerst sagen wir unseren Patienten, dass Sport und Diät besser sind als das, was der Schönheitschirurg tun kann. Aber es gibt Fälle, bei denen Training nichts hilft. Joggerinnen beispielsweise verlieren Fett, aber dann wird der Busen kleiner oder das Gesicht fällt ein. Da kommen wir ins Spiel. Mit „SculpSure“ können wir gezielt an Problemstellen ansetzen, es ist nicht so aufwendig wie das Vorgehen mit Kälte und herkömmlicher Hitze. Und natürlich nicht so abschreckend wie eine Operation.

Wie lange dauert und wie funktioniert die Behandlung ? Gerade mal 25 Minuten. Der Vorteil ist, dass wir vier große Diodenköpfe haben, die wir quasi beliebig am Körper platzieren können. Das ergibt völlig neue Möglichkeiten für die- oder denjenigen, wenn sie oder er kleine Fettmengen an bestimmten Stellen reduzieren möchte, beispielsweise unter- oder oberhalb des Bauchnabels oder in der Flanke am Innenschenkel. Außerdem wirkt das Gerät schnell

Muss der Patient Nebenwirkungen befürchten? Das Gerät hat besondere Sicherheitstechnologien, die alles bisher Dagewesene überbieten. Sowohl die Kühlung der Auflagefläche als auch die Absicherung eines guten Kontaktes zur Haut sind völlig neu konzipiert worden. Diese Technologie hat bislang keinen Mitbewerber im Weltmarkt und sich in umfangreichen Studien in den USA bewährt.

Wie stark ist der Laser? Der 1060nm-Dioden-Laser ist in der Lage, bis zu einer Tiefe von einigen Zentimetern schnell ausreichend hohe Temperaturen zu erreichen und Fettzellen selektiv zu zerstören.

Wie muss ich mir das vorstellen? Ein Patient kommt und Sie beraten ihn? Natürlich. Es kommt ja darauf an, was er wünscht, was wir Ärzte aber auch für richtig erachten und welche der vier Methoden, also Operation, Behandlungen mit Laserlicht, Kälte oder Wärme, sich am besten eignet. Wenn größere Mengen Fett vernichtet werden sollen, kommt der Patient an einer Operation nicht vorbei. Mit „SculpSure“ können wir kleinere Problemzonen gezielt angehen.

Übernehmen Krankenkassen die Behandlungsmethoden? Nein, eine Behandlung kostet 1000 Euro. Umso häufiger man behandelt, umso höher sind die Kosten. Angesichts unserer Investitionen, um als erste Klinik in Europa so schonend unseren Patienten zu helfen, ist der Preis absolut vertretbar.

Es fällt auf, dass Ihr Uniklinikum bei Innovationen häufig die Nase vorn hat. Sie bekämpften ja zum Beispiel auch Tätowierungen als Vorreiter in Deutschland mit Laserstrahlen. Stimmt. Vielleicht liegt es auch daran, dass meine Kollegen und ich für Vorträge und Seminare fast an jedem Wochenende auf allen fünf Kontinenten unterwegs waren. Da habe ich gerade in den USA eine Menge toller Erfahrungen sammeln dürfen.

Zum Schluss eine ganz persönliche Frage: Wie würden Sie mich behandeln? Wenn ich es nicht wüsste, würde ich es Ihnen auch ohne dieses Wissen ansehen, dass Sie Sport treiben, vermutlich joggen. Ich würde also den neuen Dioden-Laser einsetzen, um am Bauch einige Fettpölsterchen zu zerstören. Mir, dem durch die vielen Wochenendtermine die Zeit fehlt und der sich keine Ausfallzeit leisten kann, hilft nur eine OP. Dazu verschreibe ich mir selbst mehr Bewegung und bewussteres Essen. Aber Sie wissen ja selbst, wie lange die guten Vorsätze halten.

Weitere Infos gibt es hier auf der Homepage des Klinikums.

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