Bochumer Künstlerbund stellt in der Christ-König-Kirche aus

Kunst

BOCHUM Die letztjährige Ausstellung des Bochumer Künstlerbundes in der Christ-König-Kirche war nicht unumstritten. "Aber die Prügel war nicht so groß wie erwartet", sagt Propst Michael Ludwig rückblickend. Am Wochenende stellt der Künstlerbund nun zum zweiten Mal in der Kirche aus.

von Von Christian Rothenberg

, 22.10.2009, 16:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kunst und Kirche haben kein unkompliziertes Verhältnis. "Es war ein großes Wagnis im letzten Jahr", sagt Propst Michael Ludwig. Die Ausstellung des Bochumer Künstlerbundes in der Christ-König-Kirche findet dieses Wochenende zum zweiten Mal statt.

"Für eine bürgerliche Gemeinde war es heftig, dass hier plötzlich Kunst ausgestellt wurde", erzählt Ludwig. Im Grunde arbeite die Kirche ja auch mit Symbolen, "daher mussten sich alle erstmal auf die Symbole der Künstler einstellen". Nach einem ersten Schock, so Ludwig, habe das funktioniert.

Bilder und Installationen Nachdem 2008 knapp 800 Besucher in die Ausstellung strömten, ist jetzt einiges anders: Es ist keine reine Bilderausstellung, denn es gibt auch Installationen. Außerdem suchte sich jeder der 13 Künstler - sieben waren im Vorjahr bereits dabei - in der Kirche einen geeigneten Ausstellungsort für sein Werk.

"Das Nischenhafte hier macht die Kirche ja so interessant für uns", erklärt Klaus Nixdorf, der Vorsitzende des Künstlerbundes. Kirche sei eben nichts alltägliches, der Bezug sei dadurch ein völlig anderer. Nixdorf hat seine Installation "Zwei Schichten" aufgebaut. Die mit Fisch, Muscheln und Sushi gefüllten Teller an der Wand sind den leeren auf dem Boden übergeordnet. Dies gebe nicht nur Raum für sozialkritische Interpretationen, es spiele auch auf moderne Essenskultur an.

Religionen nebeneinander Vor dem Altar hat sich Doris Trzaska breit gemacht. "Erntedank, das passt doch", erklärt sie. Ihre Serien mit dem Titel "Eltern" und "Meine kranke Freundin" betonen das Soziale. Neben dem kulturellen spricht sie der Kirche auch einen hohen sozialen Wert zu. "Deswegen fühle ich mich der Kirche verbunden", sagt Trzaska.

 Für Gesprächsstoff könnte auch die Installation Felix Freiers sorgen. Sein hinduistisches Werk "Patung-puri" ist seitlich eingerahmt durch zwei Tempelwächterinnen. Die Figur des heiligen Bernardos, die sonst dort steht, hat Freier in den Gang gestellt. "Die Religionen können doch auch nebeneinander stehen". Dem Wochenende sieht er mit Spannung entgegen. "Mal gucken, wie sie miteinander klar kommen".

Der Bochumer Künstlerbund stellt Samstag und Sonntag (24. und 25.) in der Christ-König-Kirche (Steinring) aus. Öffnungszeiten: Samstag 17 bis 20, Sonntag 11 bis 17 Uhr. Eröffnung: Samstag, 17 Uhr durch Bürgermeisterin Erika Stahl, Michael Ludwig (Propst, St. Peter und Paul) und Klaus Nixdorf (Vorsitzender Künstlerbund).