Bochumer reisten in afrikanisches Krisengebiet

Aktion Canchanabury

„Wir können an der Situation nichts ändern, aber wir können den Menschen helfen, zu überleben“, erzählt Reinhard Micheel. Gemeinsam mit seinem Kollegen Gerd Stegemann reiste er in diesem Monat für die Aktion Canchanabury in die Nuba-Berge - ein Krisengebiet zwischen dem Nord- und Süd-Sudan.

BOCHUM

, 28.02.2015, 09:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Gerd Stegemann (links) und Reinhard Micheel vor der Akfrika-Karte.

Gerd Stegemann (links) und Reinhard Micheel vor der Akfrika-Karte.

„Neben den Kämpfen zwischen dem muslimischen Norden und dem christlichen Süden des Landes schwelt in den Nuba-Bergen ein ganz eigener Konflikt“, berichtet Micheel, Geschäftsführer der Aktion Canchanabury. Die dort lebende Bevölkerung – rund eine Millionen Menschen – werden von der Regierung des Nord-Sudans vertrieben. Warum? „Das ist ein Konflikt, der lange zurückliegt“, erklärt Stegemann: „Im Wesentlichen soll die Schwarzafrikanische Bevölkerung vertrieben werden. Aber auch die restliche Zivilbevölkerung, um geopolitische Vorteile für den Nord-Sudan zu schaffen.“ Das Besondere an den Nubas: Dort in den Bergen leben Christen und Muslime seit vielen Generationen friedlich zusammen.

Seit 2011 ist das Zusammenleben aber von  einer ständigen Bedrohung geprägt. Immer wieder fliegen Bomben auf die Bergdörfer. Die Abstände sind unregelmäßig und kaum vorherzusehen. Wenn die Bomben explodieren, fliegen Stahlsplitter waagerecht durch die Luft. So scharf, dass sie Gliedmaßen amputieren können. Wenn die Bomben fallen, verstecken sich die Menschen in sogenannten „Foxholes“ – Erdlöcher, die vor den herumfliegenden Splittern schützen. Aber nur so lange keine Bombe in oder in unmittelbarer Nähe zu einem dieser Löcher landet.

Nothilfe muss geleistet werden

Besonders prekär: Es gibt nur ein einziges intaktes Krankenhaus in diesem Krisengebiet. „Wir schätzen das Einzugsgebiet auf rund 15.000 Menschen“, so Stegemann. Das eigentlich auf 80 Betten ausgelegte Hospital ist derzeit mit 500 Menschen belegt. Es gibt nur einen einzigen Arzt und zwei Krankenschwestern.

Eigentlich ist die Aktion Canchanabury eine Entwicklungs- und Bildungsorganisation. Im Falle der Nubas ist es aber Nothilfe, die geleistet werden muss. Insbesondere Krankenhausutensilien brachten die Beiden in die Berge, um die gesundheitliche Versorgung aufrecht zu halten. „Die Nubas lassen sich von den Kämpfen nicht unterkriegen – aber sie sind auf unsere Hilfe angewiesen und wissen diese auch sehr zu schätzen“, erzählt Micheel. 

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