Bochumer soll Stieftochter als Strafe erwürgt haben

Anklage wegen Mord

Vor sechs Monaten soll ein Dachdecker aus Bochum seine 21 Jahre alte Stieftochter erwürgt haben. Das Motiv ist rätselhaft. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte seine angeblich zu dominante Ehefrau bestrafen wollte. Er selbst will dazu nichts sagen. Seit Mittwoch steht der 54-Jährige in Bochum vor Gericht. Der Vorwurf: Mord.

BOCHUM

05.10.2016 / Lesedauer: 2 min

Der Angeklagte soll im April 2016 seiner völlig ahnungslosen Stieftochter mit einem harten Gegenstand vor die Stirn geschlagen haben. Dann soll er ihr die Hände um den Hals gelegt und zugedrückt haben. Die 21-Jährige lag auf dem Rücken, hatte laut Anklage keine Chance, sich zu wehren. Später soll der 54-Jährige von Ihrem Konto 900 Euro abgehoben haben.

Auch die Ehefrau sollte laut Anklage sterben. Als sie von der Arbeit nach Hause kam, wurde sie ebenfalls niedergeschlagen und gewürgt. Im Gegensatz zu ihrer Tochter, die bereits tot in ihrem Zimmer lag, hatte sie sich allerdings laut schreiend befreien können und war zu einer Nachbarin geflüchtet.

Motiv ist umstritten

Zum Motiv des 54-Jährigen heißt es in der Anklage: „Er wollte seine Ehefrau bestrafen, weil sie ständig Forderungen an ihn gestellt hatte und ihn wegen seiner andauernden Arbeitslosigkeit zu schlecht behandelt hatte.“ Doch genau das ist umstritten.

Der Angeklagte hatte sich einen Tag nach dem tödlichen Familiendrama selbst gestellt. Das Bochumer Schwurgericht hat für den Prozess zunächst noch elf Verhandlungstage bis zum 7. Dezember vorgesehen.

Von dpa

Schlagworte: