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Bochumer Wasser soll zukünftig aus Witten kommen

Neue Verordnung

„H2BO – Trinkwasser aus Bochum“, mit diesem Slogan werben die Stadtwerke für ihr Wasser, das sie an die Bochumer Haushalte verteilen. Nun muss ein neuer Name her. Denn das Bochumer Wasser soll künftig aus der Nachbarstadt Witten kommen. Grund ist eine neue Verordnung des Umweltministeriums in NRW.

BOCHUM

von Von Benedikt Reichel

, 18.01.2013
Bochumer Wasser soll zukünftig aus Witten kommen

Das Wasserwerk an der Ruhr in Stiepel bereitet derzeit etwa die Hälfte des Bochumer Trinkwassers auf.

„2014/15 werden wir die Versorgung aus dem Wasserwerk Stiepel abstellen“, bestätigt Stadtwerkesprecherin Heike Paplewski auf RN-Anfrage. Bis zu 14 Millionen Liter Trinkwasser im Jahr wurden im Süden Bochums aus der Ruhr gezogen, aufbereitet und zur weiteren Verteilung hinauf in den Wasserspeicher am Kloster Stiepel gepumpt.

„Damit haben wir die Hälfte des Bochumer Wasserbedarfs gedeckt“, sagt Paplewski. Der Rest kam aus Essen. In diesem Jahr wird das noch so sein, vielleicht auch 2014. Ab dann jedoch liegt das Stiepeler Wasserwerk still und das Bochumer Wasser kommt von den Nachbarn – aus Witten. Der Grund: Eine Verordnung des NRW-Umweltministeriums. In dieser werden vier Stufen der Wasseraufbereitung vorgeschrieben. In Stiepel durchläuft das Nass der Ruhr nur zwei Stufen. Erst UV-Desinfektion, dann Flockungsanlage. In Witten hingegen arbeiten sie schon zusätzlich mit Aktivkohle und Ozonung. „Diese beiden Stufen in Stiepel nachzurüsten würde 20 Millionen Euro kosten“, erklärt Paplewski. Eine Leitung von Witten zum Wasserbehälter am Kloster kostet hingegen nur 7,5 Millionen Euro. Mit der Stadt habe man sich bereits über den Bau der Wasserleitung durch das Lottental verständigt. Baubeginn dürfte im Jahr 2014 sein.

„Das Wasser aus Stiepel ist keinesfalls schlecht“, betont Heike Paplewski. Man liege in allen Punkten innerhalb der Grenzwerte der Trinkwasserverordnung. Die Verordnung aus dem Landesministerium sei vor allem von dem Gedanken der Prävention geprägt, um das Trinkwasser noch sicherer zu machen und mögliche Verschmutzungen schneller zu erkennen. In Stiepel wird nach Angaben der Stadtwerke ab 2015 nur noch das Kraftwerk in Betrieb bleiben. Sechs Turbinen produzieren dort circa ein Gigawatt Strom im Jahr. Fast die Hälfte fließt jedoch in den Betrieb der Anlage zurück.

Die Wasserwerke in Stiepel und Witten gehören der Wasserbeschaffung Mittlere Ruhr GmbH, einer Tochterfirma (50 %) der Stadtwerke. Diese baut auch die neue Wasserleitung und legt die Kosten auf den Wasserpreis um. Ab 2015 könnte damit der Wasserpreis steigen.