Bochumer wurde 61 Mal ohne Zugticket erwischt

Gericht

Diese Serie war schwärzer als schwarz: Weil er im Ruhrgebiet 61 Mal ohne Zugticket erwischt worden ist, ist ein notorischer Schwarzfahrer (21) aus Bochum am Donnerstag zu einem Jahr Jugendhaft auf Bewährung verurteilt worden.

BOCHUM

28.01.2016, 18:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Bochumer wurde 61 Mal ohne Zugticket erwischt

Der Angeklagte gab an, er habe für ein Ticket nie Geld gehabt.

Egal ob von Bochum nach Dortmund oder von Herne nach Castrop-Rauxel. Egal ob mit der S-, U- oder Regionalbahn.  Der 21-Jährige löste zwischen 2013 und 2015 bei seinen Zugfahrten nicht ein einziges Ticket, tauchte nach den Kontrollen immer wieder ab. Folge: Die Anklagen gegen ihn türmten sich auf, es ergingen auch schon schriftliche Urteile (Strafbefehle). Die Reaktion des 21-Jährigen: keine.

Das war im Prozess vor dem Jugendschöffengericht in Recklinghausen auf einmal ganz anders. Dort heulte der „König der Schwarzfahrer“ Rotz und Wasser. „Das Ausmaß war mir gar nicht so bewusst. Jetzt holt mich meine Vergangenheit ein“, schluchzte er. Nach seiner Festnahme sollte er ursprünglich eine nicht bezahlte 1400-Euro-Geldstrafe absitzen, doch dann wurde schnell ein Gesamt-Prozess anberaumt.

Geldnot

Die Schwarzfahrten erklärte der 21-Jährige mit Geldnot. Er habe als Obdachloser auf der Straße gelebt, nie Geld für ein Ticket gehabt. Die zwei Wochen im Bochumer Gefängnis „Krümmede“ hätten ihn jetzt jedoch endgültig bekehrt. Der 21-Jährige: „Ich saß da zwischen Mördern und Totschlägern, hatte jede Nacht Albträume.“ Als Bewährungsauflage muss er laut Urteil 150 Sozialstunden ableisten

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