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Bochumer zeigen wenig Interesse an Sozialticket

Erst 1600 Anträge

Mit dem Sozialticket lassen sich nur schwer neue Kunden gewinnen. Der Ansturm auf den verbilligten Fahrschein der Preisstufe A bleibt aus. Sozialdezernentin Britta Anger kritisiert das Verfahren als zu bürokratisch.

BOCHUM

von Von Benedikt Reichel

, 20.11.2011 / Lesedauer: 2 min

Seit gut zwei Wochen gibt es in Bochum ein Sozialticket. 50.000 Personen haben einen rechtlichen Anspruch auf das vergünstigte Ticket 1000 für 29,90 statt knapp 60 Euro. Der große Ansturm neuer Kunden ist mit der Einführung des Sozialtickets jedoch ausgeblieben. „Die Menschen sind noch sehr zurückhalten“, sagt Sandra Bruns, Sprecherin der Bogestra. Konkrete Zahlen könne sie noch nicht vorlegen. Jedoch hätten deutlich weniger als zehn Prozent der potenziellen Nutzer sich ein Sozialticket abgeholt.

„Wir haben inzwischen etwa 1600 Berechtigungskarten ausgestellt“, sagt Sozialdezernentin Britta Anger (Foto). 1200 davon seien Umschreibungen für Personen gewesen, die bereits ein Monatsticket haben, dieses nun aber zum vergünstigten Preis beziehen. Demnach kann die Bogestra derzeit nur mit 400 Neukunden rechnen. Ein erfolgreiches Sozialticket sieht anders aus. Kritik an der Umsetzung des Sozialtickets kommt auch von der Stadt. „Ich persönlich fände es besser, wenn der Verwaltungsaufwand nicht so groß wäre“, sagt Anger.

Hartz-IV- und Wohngeldempfänger müssen zunächst eine Berechtigungskarte beim Jobcenter oder Sozialamt beantragen, nur damit lässt sich ein Sozialticket kaufen. Ein gültiger Wohl- oder Sozialgeldbescheid könne auch von der Bogestra direkt geprüft werden, so Anger. Nach ihren Informationen läuft es in anderen Kommunen unkomplizierter. Dem Sozialamt würde damit Arbeit abgenommen. „Es gibt ein Abkommen, dass die Verwaltungskosten zu Lasten der Kommune gehen“, kontert Sandra Bruns. Die Bogestra investiere zudem ebenfalls in das Sozialticket. So seien neue Drucker gekauft und zusätzliches Personal rekrutiert worden.