Bochumer zu neun Jahren Haft verurteilt

Vergewaltigung im Hafturlaub

Obwohl der Angeklagte zur Tatzeit bereits wegen Vergewaltigung inhaftiert war, vergewaltigte er während seines Hafturlaubs eine Jugendfreundin. Für diese Tat wurde er nun zu neun Jahren Haft verurteilt. Doch steht noch nicht fest, ob er nach den neun Jahren entlassen wird.

BOCHUM

18.08.2016, 18:35 Uhr / Lesedauer: 1 min
Bochumer zu neun Jahren Haft verurteilt

Nach einer Vergewaltigung im Hafturlaub ist ein 27-jähriger Bochumer am Donnerstag vor dem Essener Landgericht zu neun Jahren Haft plus anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt worden.

Der Angeklagte war zur Tatzeit wegen einer früheren Vergewaltigung im Gefängnis. Er hatte eine Freundin aus seiner ehemaligen Nachbarschaft in Hattingen gefesselt, geknebelt, gewürgt und vergewaltigt. Genau das hat er nun wieder getan – mit einer anderen Freundin.

Befreundet mit dem Opfer

Besonders hässlich: Sein zweites Opfer hatte während seiner Inhaftierung immer Kontakt zu ihm gehalten und sich auch bei der Gefängnisleitung für ihn eingesetzt. Die beiden waren zwar nie ein Paar, aber offenbar seit Jugendtagen gut befreundet.

Im Prozess vor dem Essener Landgericht hatte der 27-Jährige allerdings jede Anwendung von Gewalt bestritten und behauptet, dass alles freiwillig geschehen sei. Genau das sahen die Richter jedoch anders.

Entlassung stand kurz bevor

Der Angeklagte war 2011 zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Um seine bevorstehende Entlassung vorzubereiten, waren ihm Mitte September 2015 drei Tage Hafturlaub genehmigt worden. In dieser Zeit hätte er sich eigentlich bei seiner Schwester in Bochum aufhalten sollen. In der zweiten Nacht war er jedoch zu seiner Jugendfreundin nach Hattingen gefahren und dort über sie hergefallen.

Die Anordnung der Sicherungsverwahrung bedeutet, dass der Angeklagte auch nach Ablauf der neunjährigen Haftzeit nicht zwangsweise entlassen werden muss. Zumindest zurzeit stufen ihn die Richter als extrem gefährlichen Hangtäter ein.

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