Bochumer zu neun Jahren Haft verurteilt

Ex-Frau erstochen

Weil er seine Ex-Frau erstochen hatte, ist ein Frührentner aus Bochum am Freitag zu acht Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt worden. Ein Nachbar hatte bei der Tat zusehen müssen und hat nun vor dem Bochumer Schwurgericht ausgesagt.

BOCHUM

09.06.2017, 13:15 Uhr / Lesedauer: 1 min
Bochumer zu neun Jahren Haft verurteilt

Der Verurteilte neben seinem Verteidiger Egbert Schenkel. Foto:

Es war der 30. Dezember 2016, als das tödliche Drama seinen Lauf nahm, für das der Mann nun zu einer Haftstrafe von acht Jahren und zehn Monaten verurteilt wurde. Der Angeklagte hatte seine Ex-Frau geschlagen, ihr dann zeitgleich zwei Messer in den Oberkörper gerammt. „Das Gesicht von ihm war ganz leer“, hatte ein Nachbar im Prozess vor dem Bochumer Schwurgericht gesagt. „Das hatte was von einem Zombie.“

Keine Erinnerung an die Tat

Warum der 56-Jährige seine Frau umgebracht hat, ist ein Rätsel. „Sie war die liebste Frau“, hatte er den Richtern kurz vor der Urteilsverkündung noch einmal versichert. An die Tat selbst will er sich nicht erinnern können. Zwei Flaschen Likör hätten sein Gedächtnis praktisch leergefegt. Nach seiner eigenen Schilderung sei er nach der Tat wie aus einer Trance erwacht.

Das Paar aus Bochum war zwar geschieden – allerdings nur, um finanzielle Vorteile zu erlangen. Tatsächlich hatte man im selben Haus gewohnt und war auch immer wieder Hand in Hand über die Straße gelaufen.

Die 57-jährige Frau war direkt am Tatort verblutet. Auch der Nachbar hatte ihr nicht helfen können. Er war zwar dabei, als sie von ihrem Mann erstochen wurde, hatte aber in dem Moment selbst Todesangst. Einen Teil der Haftstrafe muss der Angeklagte in einer geschlossenen Suchtklinik verbringen. 

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