Bodenpreise im Kreis Borken gehen steil nach oben

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Im Westmünsterland sind in jüngster Vergangenheit die Grundstücks- und Immobilienpreise zum Teil stark gestiegen.

von Josef Barnekamp

Kreis Borken

, 25.02.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer im vergangenen Jahr im Kreis Borken ein Haus, ein Baugrundstück oder auch ein Stück Acker gekauft hat oder erwerben wollte, der dürfte es bereits am eigenen Leib erfahren haben. Jetzt bekommen es alle anderen vom Gutachterausschuss für Grundstückswerte des Kreises Borken schwarz auf weiß bescheinigt: Auch im Westmünsterland sind in jüngster Vergangenheit die Grundstücks- und Immobilienpreise zum Teil stark gestiegen.

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Das Angebot an Häusern und Grundstücken hingegen nahm nur leicht zu. Diese und andere Tendenzen hat der für den Kreis Borken (ohne Bocholt) zuständige Gutachterausschuss jetzt in seinem Grundstücksmarktbericht zusammengefasst. Darin wertet das Gremium Daten und Entwicklungen von rund 3400 Immobilienverkäufen des Vorjahres aus.

Landwirtschaft

Den „deutlichsten Preisanstieg bei gleichzeitig knappem Angebot“ habe man bei landwirtschaftlich genutzten Grundstücken festgestellt, heißt es. Die durchschnittlich im Kreis Borken gezahlten Preise hätten sich seit 2011 von damals rund fünf Euro auf jetzt 10,44 Euro verdoppelt. Am teuersten sei Ackerland derzeit im Raum Borken mit rund zwölf Euro.

Nur in vier Kommunen (Isselburg, Legden, Reken und Velen) liege dieser Wert noch unter zehn Euro. Um mehr als 20 Prozent in einem Jahr sind die Bodenrichtwerte für solche Flächen in Rhede, Heiden und Schöppingen gestiegen.

Baugrundstücke

Durchschnittlich 158 Euro pro Quadratmeter mussten im Vorjahr Häuslebauer für ihr Grundstück bezahlen. Die Skala reichte von rund 93 Euro in Schöppingen bis 225 Euro in Heiden. Ermittelt haben die Gutachter diese Werte anhand der Daten von rund 400 Verkäufen.

Ein- und Zweifamilienhäuser

Der Markt bietet wenig, die Preise sind hoch – diese Einschätzung gilt im Bereich Immobilien. „Während früher die häufigsten Preise im Bereich zwischen 150.000 und 250.000 Euro lagen, verschiebt sich dies inzwischen hin zu Preisen bis 350.000 Euro“, schreiben die Gutachter. Ihren Angaben zufolge kostete ein durchschnittlich rund 30 Jahre altes Ein- oder Zweifamilienhaus (rund 150 Quadratmeter Wohnfläche) auf einem knapp 600 Quadratmeter großen Grundstück knapp 280.000 Euro – und damit rund 35.000 Euro mehr als ein Jahr zuvor.

Ein Einfamilienhaus, das nach 2010 errichtet wurde, kostete im vergangenen Jahr im Schnitt rund 353.000 Euro. Auch Doppelhaushälften und Reihenendhäuser sind laut Gutachterausschuss im vergangenen Jahr rund 20 Prozent teurer geworden.

Eigentumswohnungen

„Egal ob neu errichtet oder gebraucht, Eigentumswohnungen kosteten im Jahr 2019 rund 6,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum“, heißt es in der Pressemitteilung. Für eine rund 80 Quadratmeter große Neubau-Eigentumswohnung muss man rund 216.000 Euro hinblättern. Für eine gleich große, aber rund 30 Jahre alte Eigentumswohnung, sind es noch rund 130.000 Euro.

Ergebnisse für die Kommunen und den kompletten Grundstückmarktbericht stellt der Gutachterausschuss in Kürze online bereit.

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