Boerne und Thiel wollen doppelte Gage

Münster-"Tatort"

Boerne und Thiel wollen mehr Geld. Genauer: Die Schauspieler Jan Josef Liefers (Professor Karl-Friedrich Boerne) und Axel Prahl (Hauptkommissar Frank Thiel) wollen für ihre Rollen im Münster-"Tatort" fast doppelt so viel Gage haben wie bisher. Das Problem: Der Sender muss sparen. Jetzt prüfen die Juristen.

MÜNSTER

, 29.09.2016, 11:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sie sind das beliebteste "Tatort"-Duo aller Zeiten - mit Abstand. In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid nannten fast die Hälfte aller Befragten Jan Josef Liefers und Axel Prahl als Boerne und Thiel im Münster-"Tatort" als ihre Favoriten. Goetz George und Eberhard Feik als Schimanski und Thanner belegen Platz zwei mit nur noch 25 Prozent. Und von den aktuellen Ermittlerteams kommen Klaus J. Behrendt und Dietmar Bär als Ballauf und Schenk im Köln-"Tatort" noch am ehesten an das Münster-Duo heran. Aber nur mit 14 Prozent. "Da werde ich den Herrn Professor vermutlich die nächsten Wochen nur noch mit Ihre Durchlaucht ansprechen dürfen", scherzte Axel Prahl als Reaktion auf die Umfrage. Er freue sich aber sehr, so der Schauspieler. 

250.000 Euro pro Folge

Mit so einer hohen Beliebtheit kann man wohl auch mal mehr Geld verlangen, muss dann der zweite Gedanke gewesen sein. Gerade erst wurde am vergangenen Sonntag der 30. Fall des Münster-Duos ausgestrahlt. Jetzt wird bekannt: Prahl und Jan Josef Liefers wollen deutlich mehr Geld für den Münster-"Tatort". Nach Informationen der Rheinischen Post aus WDR-Kreisen sollen Prahl (56) und Liefers (52) künftig jeweils 250.000 Euro pro Fall - aktuell seien es inklusiver aller Ausstrahlungen maximal etwa 120.000 Euro - davon 80.000 Euro für die Dreharbeiten einer neuen Folge. Die Schauspieler selbst äußerten sich nicht gegenüber der Zeitung und auch der WDR hielt sich offiziell bedeckt: Man kommentiere weder laufende Verträge, noch Vertragsverhandlungen, noch Vertragskonditionen. 

Zwei Folgen des Münster-"Tatorts" werden jährlich produziert. Macht unterm Strich eine Million Euro für den Hauptkommissar und den Rechtsmediziner im Jahr. Sofern die Erhöhung durch geht. Die Verträge sind auf vier bis fünf Folgen ausgelegt, also in der Regel auf zwei Jahre. Nach Informationen der Rheinischen Post prüft der WDR aktuell, ob die Erhöhung der Gagen einer Zustimmung im WDR-Rundfunkrat bedarf. Ein entsprechendes Rechtsgutachten soll noch ausstehen, so das Blatt.

Rekordhalter Münster-"Tatort"

Intern heißt es, dass der WDR den Forderungen wohl zustimmen wird. Das mag nicht verwundern. Prahl und Liefers sorgen mit ihrem "Tatort" immer wieder für Rekordeinschaltquoten. Die Folge "Schwanensee" aus dem vergangenen Jahr ist mit 13,63 Millionen Zuschauern Rekordhalter in der langen Geschichte aller "Tatort"-Sendungen. An vergangenen Sonntag schalteten 13,31 Millionen Zuschauer zur 30. Folge ein. Den Köln-"Tatort" sehen im Schnitt nur knapp 10 Millionen Zuschauer. Dortmund kommt über knapp 9 Millionen. 

Es gibt aber auch kritische Stimmen im WDR. Laut "RP" sollen Prahl und Liefers bereits jetzt die höchste Gage unter den WDR-Ermittlern erhalten. Man fürchtet, dass auch andere Tatort-Ermittler höhere Forderungen stellen könnten. Außerdem muss der Sender sparen. Angesichts der schwierigen Haushaltslage hatte der WDR vor wenigen Monaten etwa 50 Kunstwerke versteigern lassen. WDR-Intendant Tom Buhrow begründete den Verkauf mit der "schwierigen Haushaltslage" des Senders. Angesichts dessen "wollen wir uns ganz auf unseren Kernauftrag konzentrieren: ein qualitativ hochwertiges und vielfältiges Programm anzubieten". 

Sollte der Sender sich dennoch zu einem Münster-Aufschlag durchringen, würden Liefers und Prahl, dem Bericht zufolge neben den NDR-Darstellern Til Schweiger (Nick Tschiller/Hamburg) und Maria Furtwängler (Charlotte Lindholm/Hannover) zu den Spitzenverdienern in "Tatort"-Deutschland zählen. Zum Vergleich: Christine Urspruch, die Professor Boernes Assistentin Alberich spielt, soll pro Folge rund 4.000 Euro je nach Drehtagen erhalten.

20 Fakten die Sie noch nicht über den Münster-"Tatort" wussten

Schon etwas älter, aber immer noch hochinteressant: Für ein Gewinnspiel anlässlich der 25. Folge haben wir 20 Fakten über den Münster-"Tatort" zusammengetragen, die nicht jedem bekannt sind. Es geht um Autokennzeichen, Drehorte, die Vorlage für Professor Boerne und Kosten. Das Gewinnspiel gibt es nicht mehr - aber die Hintergründe überraschen nach wie vor.