Böse Leute

Dora Heldt

Zunächst einmal - Dora-Heldt-Fans müssen sich zum einen nicht groß umgewöhnen. Denn ihr neues Buch spielt wieder auf ihrer Heimat-Insel Sylt. Aber nun kommt es: Es ist ein Krimi. Und dieses Genre kann sie auch.

20.03.2016, 13:40 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die "bösen Leute", auf die sie bislang in ihren Bestsellern verzichtet hat, spielen nun eine wichtige Rolle, nicht nur weil sie im gleichnamigen Titel stehen. Dora Heldt wäre aber nicht Dora Heldt, wenn sie einfach nur die Polizei ermitteln ließe.

Ihre eigentlichen Ermittler sind stattdessen vier ältere Herrschaften, die miteinander in einem Sylter Chor singen und nun die Täter suchen, die immer wieder in die Häuser von alteingesessenen Syltern einbrechen. Gestohlen wird merkwürdigerweise kaum was, aber dafür viel zerstört und durcheinandergebracht.

Ängstliche Bewohnerinnen

Und zwar so, dass die alleinstehenden älteren Bewohnerinnen verängstigt werden und überlegen, ihr Haus vielleicht zu verkaufen.

Welche Rolle ein scheinbar netter junger Bank-Mitarbeiter spielt, der vor den Einbrüchen bei den späteren Opfern vorbei schaut und ihnen einen Verkauf der Immobilie schmackhaft machen will, das wollen die vier Senioren-Ermittler um den pensionierten Hauptkommissar a.D. Karl Sönnigsen herausfinden.

Amüsanter Krimi

Und da ist ja noch Polizistin Maren, die nach einer privaten Enttäuschung, auf ihre Heimatinsel zurückkehrt und es nicht nur mit ihrem etwas seltsam gewordenen Vater, sondern auch mit einem Kollegen zu tun bekommt, mit dem sie mehr als nur ein Seminarbesuch verbindet.

Alles in allem sowohl ein amüsant angelegter Krimi mit ungewöhnlichen Ermittlern als auch ein echter Dora-Heldt-Roman mit viel Gefühl und Menschlichkeit. Eine Mischung nicht unbedingt beispielsweise für Fans skandinavischer Krimis, dafür ist der Grundton einfach zu heiter. Dennoch - gerne mehr davon.

 

 

Dora Heldt: Böse Leute, 368 S., dtv, 14,90 Euro, ISBN 978-3-423-26087-9.