Bogestra kämpft im Schnee

Bus und Bahn

Die Bogestra kämpft gegen Schnee und Eis. Einmal musste der Betrieb bereits eingestellt werden. Soweit soll es, wenn es nach dem Unternehmen geht, kein weiteres Mal kommen. Die Bogestra zeigt, wie das klappen soll.

BOCHUM

von Von Dominik Möller

, 29.12.2010, 18:09 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Bahnsteige im Blick: Auf mehreren Monitoren verfolgt ein Sicherheitsbeamter der Bogestra die Bilder von allen 510 Überwachungskameras.

Die Bahnsteige im Blick: Auf mehreren Monitoren verfolgt ein Sicherheitsbeamter der Bogestra die Bilder von allen 510 Überwachungskameras.

In der Leitstelle im Hauptbahnhof laufen alle Fäden zusammen. Auf einer großen Videowand verfolgen die Mitarbeiter das Geschehen rund um Gleise, Weichen und Haltestellen. Zusätzlich zur Videowand ist jeder Arbeitsplatz mit mehreren Monitoren ausgerüstet - es geht um Kontrolle, Übersicht und Reaktionsschnelligkeit. Via Funk, Telefon und SMS hält die Leitstelle Kontakt zu den Bus- und Bahnfahrern vor Ort. Meldungen laufen ein, werden bearbeitet und abgehakt. Im Idealfall. Falschparker In diesem Winter ist aber nur selten alles ideal. Falschparker behindern Bus- und Bahnverkehr. Ein Vergehen, das teuer werden kann. Wenn gar nichts mehr geht, setzt die Bogestra Taxen ein, um die Fahrgäste zu ihren Zielorten zu bringen. Kosten, die der Verursacher tragen muss. „Da sind wir schnell im vierstelligen Bereich“, sagt Sandra Bruns, Pressesprecherin des Unternehmens. Bis zum Äußersten sei es bislang nicht gekommen - trotzdem seien Straßen und Gleise immer wieder blockiert. Allein in der vergangenen Woche hat die Bogestra etwa 100 Falschparker im gesamten Netzbetrieb zwischen Witten-Heven und Gelsenkirchen verzeichnet. Hinzu kommen diverse Blechschäden. Verletzt wurde indes noch niemand. „Zum Glück“, sagt Bruns.Beschwerdeaufkommen Das befürchtete Beschwerdeaufkommen der Kundschaft ist bislang ausgeblieben - keine Selbstverständlichkeit. „Die meisten Leute haben Verständnis dafür, dass im Moment nicht alles nach Plan läuft“, sagt Ralf Hessel, Leiter der Leitstelle. Nach Plan läuft aktuell tatsächlich relativ wenig. Verspätungen gehören zur Tagesordnung, ließen sich laut Bogestra, witterungsbedingt aber nicht vermeiden. Um der Witterungsproblematik Herr zu werden, haben einige Bogestra-Mitarbeiter ihren Urlaub abgebrochen. Das Unternehmen braucht Mann und Maus, um in chaotischen Zeiten auf den Straßen ein gewisses Maß an Normalität und Zuverlässigkeit an den Tag legen zu können.Frischluft-Oase Die Leitstelle ist rund um die Uhr besetzt - das Personal laut Hessel im Dauerstress. Das einzig erfreuliche an dieser Situation sei, dass der Raucherraum direkt neben der Leitstelle mittlerweile eine Frischluft-Oase ist. „Zeit für Zigarettenpausen bleibt nicht“, sagt Hessel. Um gegen die Schneemassen auf den Straßen und Gleisen anzukommen, hat die Bogestra zwei Räumfahrzeuge, einen Unimog und einen Radlader im Einsatz. Wo die Maschinen nicht weiterkommen, ist Manpower gefragt - das Unternehmen hat nicht vor, vor der Witterung zu kapitulieren.