Bombendrohung: Bahnhof in Bonn zum 3. Mal gesperrt - Polizei veröffentlicht Drohanruf

Bombendrohung

Zum dritten Mal innerhalb weniger Tage hat es am Mittwoch (29.1.) eine Bombendrohung gegen den Hauptbahnhof in Bonn gegeben. Die Polizei veröffentlicht einen Drohanruf.

Bonn

29.01.2020, 14:50 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Bonner Hauptbahnhof ist am Dienstagabend erneut wegen einer Bombendrohung gesperrt worden. Wieder kam die Drohung via Telefon.

Der Bonner Hauptbahnhof ist am Dienstagabend erneut wegen einer Bombendrohung gesperrt worden. Wieder kam die Drohung via Telefon. © Jan Woitas/zb/dpa

Wegen herrenloser Koffer ist der Bonner Hauptbahnhof am Mittwoch abermals gesperrt und geräumt worden. Die verwaisten Gepäckstücke seien an einem Gleis entdeckt worden, teilte die Bundespolizei mit.

Sprengstoffspürhunde und Entschärfer im Einsatz

Einen Drohanruf habe es zuvor nicht gegeben. Um abzuklären, ob von den Koffern eine Gefahr ausging, waren den Angaben zufolge Sprengstoffspürhunde und Entschärfer im Einsatz. Der Bonner Hauptbahnhof war bereits am Sonntag und am Dienstag stundenlang gesperrt worden - in diesen Fällen hatte es zuvor Drohanrufe gegeben. In beiden Fällen wurde aber später Entwarnung gegeben.

Die Deutsche Bahn teilte am Mittwoch mit, dass Züge zwischen Köln und Koblenz umgeleitet würden - ein Halt am Bonner Hauptbahnhof entfalle. Ersatzhalt sei Bonn-Beuel. Es komme zu Verspätung von circa 20 bis 30 Minuten.

Nach zwei telefonischen Bombendrohungen gegen den Bonner Hauptbahnhof innerhalb weniger Tage hatte die Polizei zu ungewöhnlichen Mitteln gegriffen. Die Ermittler veröffentlichten einen Mitschnitt des Drohanrufs, der zur zweiten Sperrung des Bahnhofs am Dienstagabend geführt hatte.

Polizeisprecher: „Für uns ist es das erste Mal“

Dieses Vorgehen sei „absolut“ ungewöhnlich, sagte Sprecher Robert Scholten am Mittwoch. „Für uns ist es das erste Mal.“ Auf der Aufnahme ist unter anderem zu hören, wie eine Stimme sagt: „Und diesmal ist es kein Spaß.“

Die Polizei hofft, dass Zeugen anhand des Mitschnitts die Stimme des Anrufers erkennen oder Beobachtungen melden. Nach Erkenntnissen der Beamten wurden beide Drohanrufe nämlich von Telefonzellen in der Innenstadt abgesetzt - Orte, an denen sich viele Bonner aufhalten.

Begründung der Maßnahme mit Gefahrenabwehr

Die Aufnahme wurde nach Angaben der Polizei daher auch gezielt lokalen Medien zur Verfügung gestellt. Den Mitschnitt hat u.a. der Bonner General-Anzeiger am Mittwoch veröffentlicht Es gebe Anhaltspunkte, dass beide Anrufe von derselben Person getätigt worden seien. Die Polizei begründet ihre Maßnahme mit Gefahrenabwehr.

„Wir wollen vermeiden, alle zwei oder drei Tage den Hauptbahnhof sperren zu müssen“, sagte Scholten. Der Bonner Hauptbahnhof war nach den Drohanrufen am Sonntag und am Dienstag stundenlang gesperrt worden, bis Einsatzkräfte das Gebäude abgesucht und Entwarnung gegeben hatten. Nah- und Fernverkehrszüge mussten umgeleitet werden.

dpa/iri

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