Boris Becker fordert Kohlschreiber-Einsatz im Davis Cup

Im aktuellen Davis-Cup-Zwist zwischen Teamchef Carsten Arriens und der deutschen Nummer eins Philipp Kohlschreiber hat sich Djokovic-Trainer Boris Becker klar positioniert. Der dreimalige Wimbledonsieger selber hat aber keinerlei Ambitionen auf das Amt.

Melbourne (dpa)

29.01.2015, 13:09 Uhr / Lesedauer: 2 min

Boris Becker spricht sich für Philipp Kohlschreiber aus. Foto: Julian Smith

Boris Becker spricht sich für Philipp Kohlschreiber aus. Foto: Julian Smith

Boris Becker hat sich vehement für eine Rückkehr des suspendierten Philipp Kohlschreiber in das Davis-Cup-Team ausgesprochen.

«Ohne Kohlschreiber hat die deutsche Mannschaft einfach eine viel kleinere Chance», sagte der dreimalige Wimbledonsieger in Melbourne mit Blick auf das Erstrundenspiel Anfang März gegen den Vorjahresfinalisten Frankreich.

«Es ist natürlich unmöglich, die Nummer eins nicht im Team zu haben. Das ist Fakt, da führt kein Weg dran vorbei. Da kann der Trainer Arriens, Becker oder lieber Gott heißen. Ohne die Nummer eins kann man nicht antreten», sagte der Trainer von Novak Djokovic einen Tag vor dessen Halbfinale gegen den Schweizer Stan Wawrinka bei den Australian Open.

Während des ersten Grand-Slam-Turniers der Saison war zuletzt ein von Teamchef Carsten Arriens angekündigtes und vom Präsidium des Deutschen Tennis Bundes gefordertes Gespräch geplatzt. Nach Aussage von DTB-Vize Dirk Hordorff kam Arriens nicht zum vereinbarten Termin.

«Ich weiß natürlich nicht, warum Carsten nicht erschienen ist», sagte Becker, der den Weltranglisten-24. Kohlschreiber mittlerweile auch von gemeinsamen Trainingseinheiten mit Djokovic ganz gut kennt und eigentlich auch von Arriens eine hohe Meinung hat: «Generell finde ich, dass er einen guten Job gemacht hat im letzen Jahr.»

Becker selber schloss ein erneutes Engagement als Davis-Cup-Teamchef aus. «Das kann ich mir beim besten Willen auch zeitlich nicht vorstellen. Ich habe einen Job, ein Büro in London, eine Familie», sagte der 47-Jährige, schränkte aber auch ein: «Obwohl ich natürlich Patriot bin und den Davis Cup geliebt habe.»

DTB-Chef Ulrich Klaus hatte am Mittwoch «weitere Gespräche» angekündigt. «Natürlich werden wir uns mit allen Beteiligten unterhalten. Dafür brauchen wir aber etwas Zeit», sagte Klaus. Arriens hatte im April vergangenen Jahres nach diversen Vorfällen den aktuell besten deutschen Profi Kohlschreiber suspendiert, Anfang des Jahres aber von sich aus eine Rückkehr des Augsburgers angedeutet.

Seinen bislang letzten Einsatz im Davis Cup hatte Kohlschreiber Anfang Februar 2014 beim Erstrunden-Sieg gegen Spanien. Damals hatten sich am Abschlusstag in Frankfurt Tommy Haas, Florian Mayer und Kohlschreiber mit ärztlichen Attesten abgemeldet und die Zuschauer damit verärgert. Zum Versöhnungstag wollte Kohlschreiber erst nicht kommen, dann bezichtigten sich er und Arriens gegenseitig der Lüge.

Auslosung Davis Cup 2015

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