„Born to be Blue“ zeigt den melancholischen Chat Baker

Im Kino

Sie nannten ihn "King Of Cool", den "James Dean des Jazz", der samtweich sein Instrument blies und vor Miles Davis zum besten Jazztrompeter gewählt wurde. Das war in den 50ern, als Chet Baker blendend aussah und spielte wie ein junger Gott. Der Film "Born to be Blue" ist eine ungewöhnliche Hommage.

07.06.2017 / Lesedauer: 2 min
„Born to be Blue“ zeigt den melancholischen Chat Baker

Ethan Hawke spielt den heroinsüchtigen Trompeter Chet Baker.

Später kam die große Krise, das Heroin, der Verlust der Vorderzähne, die Baker wohl von Leuten ausgeschlagen wurden, denen er Drogengeld schuldete. Mit Prothese und ramponiertem Mund muss Baker die Technik des Trompetenspiels neu erlernen.

Ein genialer Musiker

"Born To Be Blue" ist ein Film von Robert Budreau, der vom Leben eines genialischen Musikers und sensiblen Melancholikers erzählt. Nicht als lupenreine Biografie, sondern als Porträt, das Fakt und Fiktion zu einer gefühlten Wahrheit vermischt.

Bei Budreau scheitert Chet Baker (wunderbar: Ethan Hawke) in der Liebe zur Frau seines Lebens (Carmen Ejogo). Er wählt die Musik, Einsamkeit, Schmerz,  Selbstzerstörung, weil er glaubt, nur unter Heroin wahrer Kunst nahe zu kommen.

Selbstzweifel und Angst

Es gibt eine rührende Sequenz, wo der Film die Tragik des Mannes auf den Punkt bringt. Für Jahre war Baker weg vom Fenster, mühsam hat er sich auf die Beine gekämpft.

Dizzy Gillespie hat ihm ein Konzert im "Birdland" besorgt, es könnte Bakers Wiederauferstehung als Musiker sein. Er ist drogenfrei und lebt halbwegs gesund. Hinter der Bühne kämpft Baker mit Lampenfieber, Selbstzweifel und Angst.

Er weiß, dass sein Idol Miles Davis im Club ist. Der ihm sagte, er solle erstmal leben, bevor er sich an Jazz versuche. Jemand hat Baker Heroin zugesteckt. Er kann nicht anders, setzt sich den Schuss, spielt großartig - und verspielt die Liebe seiner Freundin, die mit ihm durch dick und dünn ging. Legendenbildung ist auch dabei, doch man fühlt sich Chet Baker ganz nahe nach diesem sehenswerten Film.