Boxen gegen Gewalt

SCHARNHORST Initiative Pro Jugend, die Dritte: Der Runde Tisch traf sich am Donnerstag Nachmittag zu weiteren Gesprächen über die Problematik der Jugendkriminalität. Nachdem die SPD den arbeitskreis für den Arbeitskreis ins leben gerufen hatte, gab sie jetzt die Führung an das Jugendamt ab.

von Von Nadine Weinands

, 08.02.2008, 18:11 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Partei könne zwar Gelder bereitstellen, aber die Planung und Umsetzung der Ideen müssten die Profis übernehmen, sagt Fraktionsvorsitzender Rüdiger Schmidt. Von nun an wird Bezirksjugendpflegerin Heidrun Weisemann-Fege in den Gesprächsrunden Regie führen. Am Donnerstag sprach sie über bereits vorhandene Angebote des Stadtbezirks und diskutierte mit Vertreten aus Vereinen, Verwaltung und Politik über mögliche weitere Maßnamen.

Einig sind sich die Teilnehmer des Runden Tisches nach wie vor: Sport, Bewegung und Beschäftigung hält die Kinder davon ab, auf der Straße herumzulungern und gewalttätig zu werden. Thomas Czaja, Konrektor der Hauptschule Scharnhorst ist überzeugt: "In Vereinen können die Jugendlichen geformt werden und sind nach dem Training ausgelastet. "

Das Jugendzentrum Schalom-OT will deshalb sein Box-Angebot ausbauen und nach Möglichkeit einen russischsprachigen Mitarbeiter einbeziehen. "Viele Jungs haben eine Menge Interesse am Boxsport und finden darin ein Ventil, um überschüssige Energie loszuwerden", glaubt Maren Schnippering von der Schalom-OT, "Sie sollen bestimmt nicht noch gewalttätiger werden, sondern vielmehr Vereinsstrukturen kennenlernen und sich an Regeln und Kontinuität gewöhnen."

Schachverein soll gefördert werden

Heidrun Weisemann-Fege will in Zukunft verstärkt Aktionen für Jugendliche anbieten - speziell in der Ferienzeit. Mit besonderem Blick auf die Russlanddeutschen in Scharnhorst soll der örtliche Schachverein gefördert werden. Turniere auf Fußballplätzen und auf der Streetkick-Anlage sind ebenfalls angedacht. Große Grillabende und Musik-Veranstaltungen, aber auch Info-Aktionen zum Thema Alkohol- und Drogenmissbrauch sollen den Heranwachsenden auf dem Jugendplatz Blueplace in Scharnhorst vermehrt angeboten werden. Doch nicht nur das Freizeitangebot, sondern auch die aufsuchende Jugendarbeit soll wieder verstärkt stattfinden. "Kontaktaufnahme ist wichtig. Konflikte werden dadurch frühzeitig erkannt, und den Jugendlichen kann im Einzelnen besser geholfen werden", sagt Heidrun Weisemann-Fege.

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