Brackeler feierten gemeinsam gegen Rechts

"Bunt statt Braun Open Air"

Wer sich im Verlauf des Samstags im "Braucks" in Brackel zeigte, tat das mit politischer Absicht: Das Festival "Bunt statt Braun Open Air" hatte sich mit dem Auftritt von neun Dortmunder und überregionalen Punk- und Metalbands und Infoständen den Aufruf gegen Rechts und für Toleranz und Vielfalt auf die Fahne geschrieben.

BRACKEL

von Von Hannah Schmidt

, 18.09.2012, 05:36 Uhr / Lesedauer: 1 min
Bei »Bunt statt Braun Open Air« wurde auch musikalisch ein klares Zeichen gegen Rechts gesetzt. Die Bands und die Zuschauer fanden sich vor und auf der Bühne zusammen und setzten gemeinsam ein Zeichen für Demokratie und Vielfalt.

Bei »Bunt statt Braun Open Air« wurde auch musikalisch ein klares Zeichen gegen Rechts gesetzt. Die Bands und die Zuschauer fanden sich vor und auf der Bühne zusammen und setzten gemeinsam ein Zeichen für Demokratie und Vielfalt.

Wider Erwarten waren die Besucher zwischen 15 und 22 Uhr nicht die fünf üblichen Punks von nebenan – sondern eine bunte, mehr als 500 Menschen zählende Menge, die meisten Besucher zwischen 16 und 20 Jahre. Bands wie „Toxin“, „She Said Battlecat“, „Fehlschuss“ und „Awesome Scampis“ waren daran sicher nicht unschuldig. Die Musiker traten allesamt auf der Open-Air-Bühne vor der Jugendfreizeitstätte auf. Es dominierte aggressiver, harter Linksrock mit politischen Texten.  

 Headliner war die bekannte Rheinberger Punkrockband „Fahnenflucht“, die ab 21 Uhr die Bühne in Beschlag nahm – mit ihrem Auftritt füllte sich die Wiese vorm „Braucks“. Was sich vorher an Besuchern stark verlaufen hatte, fand hier zusammen, gemeinsam gegen Rechts.  „Nazis waren hier noch nie willkommen“, sagt der Organisator des Festivals, der Brackeler Lukas Schulte (19). „Es gab vorher eine längere Veranstaltungsreihe in Brackel unter dem Motto ‚Bunt statt Braun‘ – das Konzert heute ist sozusagen der krönende Abschluss.“Den krönenden musikalischen Abschluss ergänzte der Infostand des „Respekt“-Büros (Jugendamt). Mit einem großen Banner mit den Worten „Dein Gesicht für Vielfalt und Toleranz“ fiel das kleine Zelt sofort auf – Besucher konnten sich mit bunten Sesamstraße-Handpuppen fotografieren lassen. 

 Das 2003 gegründete Projektbüro mit seinen drei hauptamtlichen Mitarbeitern will vorbeugend über die rechte Szene informieren. „Wir stehen für außerschulische Bildungsarbeit, bieten Workshops, Seminare für Fachleute und Beratungsgespräche für Eltern rechtsextremer Jugendlicher an“, sagt der Leiter des Respekt-Büros, Stefan Woßmann. „Unsere Workshops behandeln die Themen Menschenrechte, Demokratie, Vielfalt und Vorurteile – jeder kann teilnehmen.“ 

Beratungsstelle und Aussteiger-Projekt
Opfern rechter Gewalt hilft die Beratungsstelle „backup“. Infos unter Tel. (0172) 1 44 54 32 oder im Internet (siehe Linkbox). Aussteigern aus der rechten Szene hilft das Projekt „Exit“. Infos unter Tel. (0231) 5 02 99 42 oder im Internet (siehe Linkbox).

 

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