Brandsatz vor Tönnies-Villa entdeckt - Staatsschutz ermittelt

Polizei

Sollte es einen Brandanschlag auf den Fleischkonzern-Chef Clemens Tönnies geben? Dafür geeignete Utensilien wurden in der Zufahrt zu seiner Villa gefunden - und ein Bekennerschreiben.

Gütersloh

29.08.2020, 11:44 Uhr / Lesedauer: 1 min
Sollte es einen Brandanschlag auf Schlachterei-Chef Clemens Tönnies geben?

Sollte es einen Brandanschlag auf Schlachterei-Chef Clemens Tönnies geben? © picture alliance/dpa

Auf der Zufahrt zur Privatvilla des Fleischunternehmers Clemens Tönnies ist möglicherweise ein Brandsatz gefunden worden. In der Nacht zum Donnerstag hätten Unbekannte dort Behälter mit Flüssigkeit und Anzünder abgestellt, bestätigte am Samstag ein Sprecher der Polizei im ostwestfälischen Gütersloh.

Schreiben: Verantwortung für den potenziellen Brandanschlag

Dazu sei ein Bekennerschreiben eingegangen. Über den Fund hatte zunächst die Tageszeitung „Die Glocke“ berichtet. Nach Informationen des Blattes, dem das zweiseitige Schreiben in Kopie vorliegt, übernehmen zwei Organisationen die Verantwortung für den potenziellen Brandanschlag: Die „Revolutionären Aktionszellen“ sowie die „Westfälische Animal Liberation Front“.

Sie sprächen von einer gemeinsamen Aktion gegen Konzernchef Tönnies. Die Flüssigkeit werde noch untersucht, sagte der Polizeisprecher. Die Ermittlungen lägen beim Staatsschutz der Polizei Bielefeld. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass es sich um eine politisch motivierte Tat handle. Konkrete Gefahr habe aber nicht bestanden, denn es sei nichts angezündet worden, und die Gegenstände seien auch zu weit vom Wohnhaus entfernt gewesen.

Tönnies wegen Corona-Massenausbruch in der Kritik

Tönnies ist Geschäftsführer des größten deutschen Fleischkonzerns. Er steht unter anderem wegen eines Corona-Massenausbruchs unter Beschäftigten am ostwestfälischen Stammsitz seiner Firma in der Kritik. Vorwürfe gibt es auch in Bezug auf die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten und die Haltung der Schlachttiere. Tönnies wohnt in Rheda-Wiedenbrück im Kreis Gütersloh.

dpa