Brandstifter droht lange Haftstrafe

Landgericht

Dem 52-jährigen Dortmunder, der im September 2011 seine Wohnung an der Universitätsstraße in Brand gesteckt hat, droht eine lange Haftstrafe. Im Prozess vor dem Schwurgericht erklärte der psychiatrische Gutachter Dr. Reinhold Dannhorn den Angeklagten am Mittwoch für voll schuldfähig.

EICHLINGHOFEN

von Von Martin von Braunschweig

, 11.04.2012, 14:41 Uhr / Lesedauer: 1 min
Das ausgebrannte Haus an der Universitätsstraße.

Das ausgebrannte Haus an der Universitätsstraße.

Wie berichtet wirft die Staatsanwaltschaft dem 52-Jährigen versuchten Mord vor. Ihm soll bewusst gewesen sein, dass er mit dem Feuer auch die übrigen Bewohner des Hauses in Todesgefahr bringen würde. Dies bestreitet der Angeklagte jedoch vehement.

Gegenüber dem Psychiater hatte er erklärt: "Ich wollte lediglich meine persönlichen Sachen zerstören. Hätte ich das ganze Haus anzünden wollen, hätte ich es anders gemacht."Hintergrund der gefährlichen Verzweiflungstat war ein Räumungsbescheid, den der 52-Jährige nur wenige Tage zuvor erhalten hatte. Nach ständigen Querelen mit den Nachbarn hatte der Vermieter den Mann vor die Tür gesetzt. Als ihm dann auch noch ein Gerichtsvollzieher erklärte, er dürfe nach der Räumung lediglich die Dinge behalten, die er unbedingt zum Leben brauche, fasste der Angeklagte den Brand-Plan.

  Um zu verhindern, dass seine selbst gebastelten Flugzeugmodelle und andere Kunstobjekte in fremde Hände fallen, sollten sie lieber in Qualm und Rauch aufgehen. Nach Ansicht von Gutachter Dannhorn ist der Angeklagte ein notorischer Querulant, der gerne viel redet, ständig aneckt und sich von der ganzen Welt missverstanden fühlt. Eine Persönlichkeitsstörung, die eine verminderte Schuldfähigkeit nach sich ziehen würde, habe der 52-Jährige jedoch nicht. Mit einem Urteil ist nicht vor Ende April zu rechnen.

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